Titel: Daelen's Dampfhammer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153, Nr. LXVI. (S. 243–250)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/ar153066

LXVI.  Daelen's Dampfhammer, construirt vom Maschinenbauer Egells in Berlin.33)

Aus Armengaud's Publication industrielle, t. XI, durch das polytechnische Centralblatt, 1858 S. 567.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Fig. 1 stellt diesen Dampfhammer in der Vorderansicht dar, Fig. 2 ist der Grundriß desselben, Fig. 3 ein Querschnitt durch die Mitte des |244| Cylinders, Fig. 4 ist der Hammer von der linken Seite aus gesehen, mit den Mechanismen, durch welche der Kolbenhub veränderlich gemacht wird, Fig. 5 ein Horizontaldurchschnitt nach der Richtung 1, 2.

Der Hammer besteht aus folgenden wesentlichen Theilen: 1) dem Gestelle, dem festen Theil des Hammers mit seinem Amboß; 2) dem verticalen Hammerklotz mit seiner Stange und dem an dieser befestigten Dampfkolben; 3) dem Dampfcylinder mit den Steuerungstheilen; 4) den Mechanismen, durch welche die Schieberbewegung, der Hammerhub und die Stärke der Schläge regulirt werden.

Das Gestelle besteht aus zwei einzelnen für sich gegossenen Säulen A, A¹. An jeder dieser beiden Säulen sind starke Rippen A² angegossen, welche die Führungen aufnehmen. Diese sind auf ihrer ganzen Länge gehobelt und, damit die Bewegung des Hammers zu jeder Zeit vertical ist, mit den Rippen A² starke Schrauben B (Fig. 5) verbunden. Oberhalb der Säulen A, A¹ ist eine Platte C, welche zu beiden Seiten auf den Rippen der Säule aufgeschraubt ist. Auf dieser Platte, die oben noch durch besondere Nippen verstärkt ist, ruht der Dampfcylinder, welcher den zur Bewegung des Hammers dienenden Kolben enthält. Der schmiedeeiserne Amboß D liegt in der gußeisernen Chabotte D¹, welche auf der Fundamentplatte der ganzen Maschine aufruht. Die Platte selbst liegt auf einer massiven Balkenlage, damit sie den Stößen des Hammers Widerstand leisten kann. Der Hammer E besteht wie der Amboß aus Schmiedeeisen |245| und ist auf der Bahn verstählt. Derselbe ist in der Grundfläche eines schweren eisernen Blockes E¹, der an dieser Stelle eine Verstärkung hat, eingelassen und durch einen Schwalbenschwanz verbunden. An diesen Block E¹ ist ein Cylinder F angegossen, durch welchen seiner ganzen Länge nach die Kolbenstange geht, eine Anordnung, welche sich den bisher gebräuchlichen gegenüber durch ihre Solidität empfiehlt. Diese Kolbenstange F¹ ist oben mit dem Kolben F² durch Schraube und Mutter verbunden. Bei dieser Einrichtung umgeht man die Nachtheile, welche den Dampfhämmern gewöhnlich vorgeworfen werden, nämlich die, daß, wenn man die Geschwindigkeit des Hammers oder den Dampfdruck vergrößern will, die Kolbenstange und der Kolben selbst durch die Einwirkung des Stoßes Brüchen ausgesetzt werden. Der Kolben F² selbst hat die Einrichtung eines gewöhnlichen Dampfkolbens mit metallener Liederung und einer gußeisernen Bodenplatte f.

An der Hammerstange ist ein Vorsprung e, der nach einer schiefen Ebene geformt ist, angegossen. Derselbe bewirkt vermittelst einer weiter unten zu besprechenden Hebelverbindung die Dampfvertheilung und ist der starken Benutzung wegen mit einer Lage Stahl bedeckt. Der Dampfcylinder ist an der einen Seitenfläche seiner ganzen Höhe nach gehobelt, und auf dieser gehobelten Fläche ist der gußeiserne Schieberkasten, in welchem der Vertheilungsschieber H¹ liegt, aufgeschraubt. Auf dem oberen Spiegel dieser gehobelten Fläche liegt ein kleiner Messingschieber i, der in einem Weiten gußeisernen Schieberkasten I¹ liegt. Durch diesen Schieber i wird der Dampf, nachdem er den Hammer gehoben hat, über den Kolben geleitet; hier wirkt er noch durch seine Expansion und ertheilt den Schlägen des Hammers gegen die Arbeitsstücke eine mehr oder weniger intensive Wirkung. Ueber der Schieberkammer H liegt noch eine kleine Kammer J, in welcher in horizontaler Richtung ein Schieber J¹ bewegt werden kann, der als Zulaßventil für den durch die Röhre j einströmenden Kesseldampf dient und mit der Hand gestellt wird; er ist der eigentliche Regulator, weil man mit ihm nicht nur den Hammer sofort anhalten, sondern auch nach Bedarf der zu leistenden Arbeit die Dampfmenge beliebig vermehren und vermindern kann. Dieser Schieber erhält seine Bewegung durch einen Hebel K¹, welcher sich an einer kleinen Welle k dreht. Diese letztere findet ihre Auflagerung auf zwei Lappen h, h¹, die an den Schieberkasten H angegossen sind; der Handgriff, welcher an den Hebel H angeschmiedet ist, gestattet, den Dampfzutritt in den Schieberkasten H zu reguliren.

Um die Handhabung der verschiedenen Hebel, welche zur Regulirung der Hammerbewegung dienen, zu erleichtern, muß man dem Arbeiter einen Platz anweisen, von welchem aus er dieselben bequem zur Hand hat. Zu |246| diesem Zwecke befinden sich an der Säule A die kleinen Fußtritte a, welche in Form einer Wendeltreppe angeordnet sind, und auf welchen der Arbeiter bis auf das mit einem Geländer umgebene Plateau a¹ gelangen kann; oben ist der Dampfcylinder durch einen Boden g geschlossen, der mit einem Hahn zum Schmieren des Kolbens versehen ist; unten ist der Boden g¹ aufgeschraubt und durch eine Stopfbüchse abgedichtet; die Rippen g², mit denen sich der Cylinder an die Platte b anschließt, dienen zur Absteifung desselben.

Fig. 12 zeigt den Horizontaldurchschnitt des Dampfcylinders nach der Richtung 3, 4 mit der äußersten Stellung des Schiebers H¹. Die Schieberstange L nimmt an ihrem Ende einen Dampfkolben auf, welcher in einem an den Schieberkasten H angegossenen Cylinder L¹ gerade geführt wird. Die Stange L geht durch den Deckel l hindurch und endigt in eine Scheibe l¹, die eine starke Kautschukfeder gegen einen gleichen Schieber l andrückt. Der Schieber l² wird von einem schmiedeeisernen Bügel l³ festgehalten, der auf dem Deckel befestigt ist. Diese Kautschukgarnitur hat den Rückgang des Schiebers von Rechts nach Links beim Steigen des Hammers zu erleichtern und die Wirkung der an der Hammerstange angegossenen Nase e zu unterstützen. Auf der anderen Seite des Schieberkastens H¹ endigt die Stange in einen Kopf, der vermittelst einer Nuth das Ende eines horizontalen Hebels M aufnimmt. Dieser letztere ist auf das Ende der stehenden Welle M¹ aufgekeilt und ertheilt durch seine Schwingungen dem Schieber H¹ eine hin- und hergehende Bewegung. Die Welle M¹ ist vertical aufwärts verlängert und ruht in einer Pfanne m, die an eine der Rippen der Säulen befestigt ist; außerdem sind in verschiedener Höhe noch mehrere mit der Welle schwingende Theile angebracht. Der obere Theil ruht in einem Halslager m¹, welches auf der Platte b befestigt ist.

Die Wirkungsweise des Apparates ist folgende: Nehmen wir den Hammer im Zustande der Ruhe an, so wird durch Niederdrücken des Handgriffs K¹ der Schieber J¹ verschoben, und dem Dampf der Zutritt zum Schieberkasten H eröffnet. Hier drückt er auf den Kolben L im Cylinder L¹ und bringt dadurch den Vertheilungsschieber in die in Fig. 12 angegebene Lage. Die Folge hiervon ist, daß der Canal N frei wird und dem Dampf den Zutritt unter den Kolben gestattet, wodurch der Hammer zum Steigen kommt.

Beim Aufsteigen trifft die Nase l gegen die Laufrolle O, welche in der Gabel eines gekrümmten Hebels O¹ läuft, und dieser ist, wie Fig. 6 und 7 zeigen, auf die horizontale Achse M¹ so befestigt, daß er an derselben auf- und niedergeschoben werden kann. Durch den Anstoß der |247| Nase I an die Laufrolle O wird M¹ von rechts nach links gedreht und dadurch der Hebel M in Schwingung versetzt; dabei nimmt der letztere den Schieber H¹ in seiner Bewegung mit und bringt ihn in die in Fig. 12 punktirt angegebene Stellung. Diese Bewegung wird durch die Kautschukfeder unterstützt, welche nach ihrer Compression durch den Kolben L den Schieber zurückschiebt und wieder in die Stellung zurückgeht, welche sie vor der Compression hatte. Der Dampf, der vorher gegen die untere Fläche des Kolbens wirkte, tritt durch den Schieber H¹ in den Dampfcanal N¹ und aus diesem in die Schieberkammer I; von hier tritt er über den Kolben und unterstützt nach Maaßgabe der Oeffnung, welche der Schieber i läßt, den Schlag des Hammers, welcher durch den Hammermeister mit Hülfe eines um die Achse K drehbaren Hebels i¹ durch die Hand regulirt wird.

Soll der Hammer ganz selbstthätig wirken, so muß er nicht nur selbst die Stellung des Schiebers ändern, sondern der Schieber muß auch, so lange der Hammer niedergeht, in seiner Lage verbleiben, damit der Dampf, welcher gegen den Kolben gedrückt hat, durch die Austrittsmündung N² und den an den Cylinder G angegossenen Rohrstutz N³ entweichen kann. Ist der Kolben in seiner höchsten Stellung, so hat der Schieber die in Fig. 12 punktirte Stellung; und der Dampf würde, wenn der Hammer beim Niederfallen die Laufrolle O verläßt, durch seinen Druck gegen den Kolben L die vom Schieber H¹ bedeckte Oeffnung wieder öffnen. Um dieß zu vermeiden, ist auf der stehenden Welle M¹ eine Knagge P befestigt, welche mit einer zweiten an der stehenden Welle Q befestigten Knagge P zusammen treffen kann. Die Welle Q läuft in einer Pfanne m², die an der Rippe der Säule A befestigt ist, und erhält oben ihre Leitung durch ein Halslager q¹; außerdem ist diese Welle durch zwei Stifte p¹ mit einem rectangulären bandartigen Eisenstreifen S verbunden, welcher sich gegen eine an der Führung befestigte Flachfeder R anlegt. Die Feder R drückt das Eisenband nach vorn, und dadurch wird der Welle Q eine oscillirende Bewegung ertheilt. Bei dieser Bewegung faßt eine Stufe an der Knagge P¹ das Ende der Knagge P, gerade während der Schieber durch die Einwirkung des kleinen Kolbens L sich von links nach rechts zu bewegen sucht. Die Knagge P¹ verhindert diese Bewegung, so daß der Dampf so lange oberhalb des Kolbens wirken kann, bis der Hammer seinen Schlag ausgeführt hat. Beim Auftreffen des Hammers auf den Amboß ändern sich sofort alle Stellungen der Bewegungsmechanismen.

Dieser Hammer ist wie der Nasmyth'sche mit einem beweglichen Hebel D versehen, welcher auf einer kleinen flachen Feder t ruht und frei |248| in einer an der Hammerstange befestigten Achse schwingt. Die Feder D ist an einem Vorsprung der Hammerstange befestigt.

Vermöge der Trägheit nimmt der Hebel D beim Auftreffen des Hammers auf den Amboß das Bestreben an, auf und nieder zu gehen, und drückt daher einen Augenblick auf die Feder d. Beim Niedergehen beschreibt der Hebel D einen Kreisbogen und wird dabei in der schiefen Ebene e, durch welche er hindurch geht, geführt. Dabei trifft er gegen das Blatt S und drückt dasselbe gegen die Feder R zurück; mit derselben Geschwindigkeit steigt er dann auch wieder in die Höhe, bis er in die in Fig. 1 dargestellte Lage kommt. Diese plötzliche Umsteuerung genügt, den Hammer auszurücken, und der Schieber, der nun durch kein Hinderniß mehr festgehalten wird, setzt seinen Weg fort, macht die Oeffnung N wieder frei und gestattet dem Kesseldampf, unter den Kolben in den Cylinder zu treten und den Kolben mit dem Hammer zu heben. Der Dampf oberhalb des Kolbens wird durch den Gegendruck des gegen die untere Kolbenfläche wirkenden Dampfes kräftig herausgetrieben und entweicht durch die Mündung N².

Die Umsteuerung wird auf folgende Weise bewirkt: Wenn der Hebel D das Blatt S gegen die Feder zurück drückt, wird die Welle Q in Schwingungen versetzt. Dabei wird die Knagge P¹ mitgenommen, so daß sie die Welle frei zu ihrer Umdrehung läßt. Durch die Kautschukfeder zwischen den Platten C¹ und C² kann nun, da die Welle M¹ nicht an der Drehung gehindert ist, der Schieber H¹ zurückgedrückt werden.

Ganz schwache Hammerschläge werden wie gewöhnlich dadurch hervorgebracht, daß der Maschinist Dampf unter den Kolben läßt, ehe der Hammer vollständig niedergefallen ist.

Auf diese Weise kann man sogar den Hammer in seinem Niederfallen aufhalten. Man bewirkt dieß, indem man den Hebel U von rechts nach links verschiebt.

Dieser Hebel dreht sich lose auf der Welle M¹ (Fig. 10 und 11) und endigt in eine Nase u, welche gegen eine gleiche u¹ auf der Welle Q trifft. Dreht man nun den Hebel U, so verstellt man u¹ und dreht dadurch die Knagge P¹ mehr als gewöhnlich. Diese fällt mit ihrer zweiten Stufe ein, wenn der Schieber rückwärts geht, und dadurch erhält der Schieber so viel Spiel, daß der Dampf unmittelbar vor den Kolben treten kann. Der Hebel U ruht auf einer kleinen schmiedeeisernen Stütze z, die auf der Platte C befestigt ist. Diese Stütze hat zwei Kerben, in deren eine man je nach Bedarf den Hebel U einlegt.

Zu demselben Resultat kann man auch ohne Dampfverlust gelangen. Zu diesem Zweck zieht man mit Hülfe des Hebels den Schieber i¹ in eine |249| solche Lage, daß er den Dampfweg N¹ verdeckt. Verhindert man auf diese Weise den Eintritt des Dampfes, so bleibt derselbe unter dem Kolben, oder entweicht nur langsam.

Eine andere Dampfvertheilung ist in Fig. 14 bis 16 dargestellt. Diese Anordnung besteht darin, daß auf einem an den Cylinder angegossenen Spiegel ein Kreisschieber sich bewegt. Wenn der Dampfhammer nicht in Thätigkeit ist, so hat der Kreisschieber M die Stellung aa¹ in Fig. 16. Ist der Hammer im Gange, so dreht man vermittelst des Hebels G den Kreisschieber M, so daß er die Stellung b¹ annimmt. Dadurch wird der Dampfweg E, welcher die Mündung des Rohres D bildet, mit dem Canäle U in Verbindung gesetzt, und der Dampf kann mithin unter den Kolben treten und ihn heben. Gleichzeitig entweicht der Dampf über dem Kolben durch die Canäle O, A, und zwar steht O mit dem oberen Schieber des Dampfcylinders und A mit der Atmosphäre in Verbindung. Der Schieberkasten M¹ ist am Dampfcylinder befestigt, und zwar dient als Verbindungsfläche der Spiegel N, in welchem die Canäle O, A, E, U liegen.

Wenn der Kolben in seiner höchsten Stellung angekommen ist, so wirkt die am unteren Theile angebrachte schiefe Ebene gegen die Walze i des Hebels K und ertheilt dem Kreisschieber die Stellung cc¹; dadurch werden die Canäle U und O in Verbindung gesetzt, und der Dampf, welcher den Kolben gehoben hat, tritt über den Kolben, wo er durch Expansion arbeitet. Bei dieser Einrichtung arbeitet der Hammer schneller und kräftiger als ein bloß durch sein eigenes Gewicht niederfallender Hammer.

Die Bewegung des Kreisschiebers wird mit dem Hebel G (Fig. 16) durch die Hand ausgeführt. Die Drehachse g des Hebels G trägt ein Gegengewicht l und einen Aufhalter m, welcher am Gestelle hingleitet und den Hebel verhindert, weiter auszuschwingen.

Die Fallhöhe des Hammers wird auf folgende Weise regulirt: An der Knagge P ist vermittelst eines Stiftes eine kleine Welle V, die auf ihre ganze Länge mit Schraubengewinde versehen ist, befestigt. Diese Welle ist vertical und parallel zu M¹ Q, und geht durch den gekrümmten Hebel O¹, welcher mit einem Ring O, der zugleich als Mutter dient, versehen ist. Am Ende der Welle V sitzt ein kleines Diagonalrad v, das in ein größeres v¹ eingreift. Die Welle des letzteren dreht sich lose in einer Hülse X, die auf der Welle M¹ sitzt, und endigt in eine Kurbel x, die der Maschinist bequem zur Hand hat. Stellt man z.B. die Fallhöhe des Hammers am größten, so dreht man vermittelst x das Rad v¹. Dadurch werden v und V ebenfalls gedreht, die letztere hebt den Winkelhebel O¹ mit seiner Laufrolle, und es trifft nun die schiefe Ebene e die |250| Laufrolle erst später als vorher. Der Schieber H¹ also schließt die Eintrittsöffnung n erst später. Der Hebel O¹ kann auf der Welle M¹ höher oder tiefer gestellt werden, indem er mit Federn versehen ist, die in Nuthen an der Welle V eingreifen. Will man dagegen die Fallhöhe verkleinern, so muß man die Kurbel x nach der entgegengesetzten Richtung drehen. Die Laufrolle, die nun tiefer als vorher sich einstellt, trifft die schiefe Ebene früher und der Canal N wird demgemäß auch früher geschlossen.

Nach einem Vortrag des Fabrikanten Schwarzkopf im Verein für Eisenbahnkunde zu Berlin am 14. December v. J. kommen unter den gegenwärtiggebräuchlichen Dampfhämmern besonders drei Arten in Betracht, 1) die Nasmyth'schen, 2) die Condie'schen und 3) die Daelen'schen. Die Nasmyth'schen, seit 16 Jahren in Gebrauch, haben den Nachtheil, daß bei der hohen Stellung des Dampfcylinders, dessen Kolbenstange am unteren Ende den eigentlichen Hammer trägt, die Erschütterungen in ungünstiger Weise übertragen werden und daß die Kolbenstangen sehr leiden. Ersteres wird bei den Condie'schen Hämmern, bei welchen das schlagende Gewicht durch den Cylinder selbst gewonnen wird, in vortheilhaftester Weise zwar vermieden, um so vergänglicher aber ist bei denselben das den Dampf dem Cylinder zuleitende Rohr als Kolbenstange. Dem zweiterwähnten Uebelstande bei den Nasmyth'schen Hämmern wird durch Anwendung thunlichst elastischer und demnach entsprechend schwacher Kolbenstangen noch am einfachsten entgegengetreten. Beispielsweise ist diese Stärke für die Hämmer von 60 Cntr. Gewicht in dem Borsig'schen Eisenwerke zu Moabit mit Vortheil von 3 1/2 Zoll auf 1 3/4 Zoll Durchmesser vermindert worden.

Abgesehen von den unter andern in der Krupp'schen Gußstahlfabrik bei Essen benutzten Dampf-Stielhämmern sind es die seit fünf Jahren vorzugsweise häufig gebauten Daelen'schen Dampfhämmer, welche sich als zweckentsprechend construirt bewährt haben. Bei denselben bildet der Kolben den Hammer, welcher zu diesem Behufe bei kleineren Abmessungen aus Schmiedeeisen, bei größeren aus Gußeisen in einem Stück hergestellt wird. Der Betrieb dieser Hämmer ist besonders leicht und einfach, wenn die Apparate mit dem Wilson'schen Entlastungsschieber (beschrieben im polytechn. Journal Bd. CLI S. 252) versehen sind.

A. d. Red.

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