Titel: Arkansas Schleifsteine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 5 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi01_5

Arkansas Schleifsteine.

Diele seit wenigen Jahren aufgekommenen, wie es scheint, noch nicht allgemein bekannten Steine, hauptsächlich als Oelsteine zu benutzen, zeichnen sich ebensowohl durch die ungemeine Feinheit des Korns, als auch durch die Schärfe aus, indem sie auch den härtesten Stahl leicht und rasch angreifen, ohne selbst in bemerklichem Grade angegriffen zu werden. Der Stein besitzt, so lange er nicht geölt wurde, eine fast weiße Farbe; er ist nicht ganz undurchsichtig, sondern etwas durchscheinend, von muschligem Bruch, die Bruchflächen sehr glatt, aber ohne allen Glanz, wiewohl im Sonnenlicht durch die Loupe betrachtet, schwach schillernd. Das Ansehen des Steines ähnelt sehr dem englischen Biscuit, einem unglasirten Porcellan von hell gelblich grauer Farbe. Die Masse desselben ist höchst gleichförmig, obwohl Steine von 6 bis 8 Zoll Länge und 2 bis 3 Zoll Breite ohne die geringste Fehlstelle zu den Seltenheiten gehören. Der Stein ist in gewissem Grade porös, so daß er, mit |76| Wasser befeuchtet, dasselbe, wiewohl langsam, einsaugt. In Oel gelegt, saugt er dasselbe gleichfalls ein und wird davon vollständig bis ins Innerste durchdrungen, wobei seine Farbe etwas dunkler wird, und die Durchscheinbarkeit zunimmt.

Er besteht aus Quarz, und muß, meines Grachtens, der Varietät des Chalcedons zugezählt werden, dem er jedenfalls am nächsten steht. Daß auch der Chalcedon porös ist, geht aus der bekannten Thatsache hervor, daß man ihn, namentlich den sogenannten Achat, durch Tränkung mit verschiedenen Flüssigkeiten färben kann, wie dieß ja so häufig geschieht.

Dieser vortreffliche Schleifstein ist so fein, daß man selbst Rasirmesser darauf abziehen, und doch so scharf, daß er auch zum Schleifen ordinärer Sachen gebraucht werden kann. Ein sehr schönes Exemplar desselben verdanke ich der Güte des Hrn. Hofzahnarztes Schmidt jun. Man findet ihn käuflich bei dem Hrn. Eisenhändler Juchsberg in Hannover. Dr. Heeren. (Mittheilungen des hannoverschen Gewerbevereins, 1859 S. 33.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: