Titel: Ueber die Anwendung von Wachs und Harz zu Anstreichfarben, von Alluys; nach einem Bericht von Barreswil.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 10 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi02_10

Ueber die Anwendung von Wachs und Harz zu Anstreichfarben, von Alluys; nach einem Bericht von Barreswil.

Die Oelanstriche haben den Uebelstand, daß sie verhältnißmäßig lange Zeit zum Trocknen erfordern. Wenn das Terpenthinöl verdunstet ist, bleibt der Anstrich noch weich und wird nur langsam vollkommen trocken. Man kann zwar durch Zusatz gewisser Stoffe das Trocknen beschleunigen, es erfordert aber immer noch verhältnißmäßig lange Zeit, so daß man einem Oelanstrich deßhalb öfter den weniger dauerhaften Leimanstrich vorzieht. Alluys schlägt nun eine Mischung vor, die eben so schnell wie Leimanstrich trocknet und doch einen Anstrich gibt, welcher geschmeidig und dauerhaft wie Oelanstrich ist. Zu diesem Zweck fügt er der in gewöhnlicher Manier angeriebenen Farbe statt des Ueberschusses von Leinöl eine Lösung von Wachs und Harz in Terpenthinöl hinzu. Die so bereitete Mischung hat das Ansehen gewöhnlicher Oelfarbe und verhält sich fast eben so, läßt aber nach dem Verdunsten des Terpenthinöls eine Schicht zurück, welche hinreichend fest ist, um ohne Abfärben eine gelinde Reibung zu vertragen. Der mit dieser Mischung hergestellte Anstrich wird mit der Zeit vollkommen trocken und hart, erlangt aber nach Barreswil doch niemals eine gleiche Härte wie ein mit gewöhnlicher guter Oelfarbe bereiteter Anstrich. Derselbe bezweifelt jedoch nicht, daß wenn auch die gewöhnliche Oelfarbe in manchen Fällen vorzuziehen ist, doch unter Umständen die Alluys'sche Mischung mit Vortheil angewendet werden kann. Diese Mischung wird bereitet aus:

reinem gelben Wachs 10 Kilogr.
Leinöl 10 „
Terpenthinöl 8 „
gewöhnlichem Harz 5 „

Man löst einerseits das Wachs in dem Leinöl und andererseits das Harz in dem Terpenthinöl in gelinder Wärme auf, indem man dabei ganz reine Gefäße anwendet. Wenn die Lösung erfolgt und der Inhalt der beiden Gefäße vollkommen flüssig ist, nimmt man dieselben vom Feuer weg und bewirkt die Vermischung, indem man den Inhalt des einen Gefäßes in das andere gießt und die Masse umrührt, bis sie dicklich geworden ist. In diesem Zustande kann man dieselbe ohne weiteren Zusatz |160| für verschiedene Zwecke verwenden, namentlich zum Ersatz der Wachszubereitungen und der Frescomanier in Kirchen etc., zum Schutz von im Freien befindlichen Steinarbeiten und Sculpturen etc. Wenn man sie zum Anstreichen anwenden will, fügt man ihr so viel Terpenthinöl hinzu, daß sie genügend verdünnt, jedoch nicht flüssig wird. Man nimmt dann den mit Oel abgeriebenen Farbstoff, fügt ihn der Masse im Verhältniß von 1/3 des Volumens derselben hinzu und rührt mit einem Spatel um, indem man von Zeit zu Zeit noch etwas Terpenthinöl zusetzt. Die so bereitete Mischung wird zum Anstreichen und Malen in gewöhnlicher Art verwendet. (Polytechnisches Centralblatt, 1859 S. 830.)

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