Titel: Kautschukleim zur Reparatur der Kautschukschuhe etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 11 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi02_11

Kautschukleim zur Reparatur der Kautschukschuhe etc.

Zur Darstellung des Kautschukleims, welcher zu mannichfachen Zwecken, besonders aber zur Reparatur der Kautschukschuhe verwendet wird, löst man 1 Theil Kautschuk in 5–6 Theilen Schwefelkohlenstoff. Man verfährt dabei am besten so, daß man den Kautschuk fein zerschnitten in ein verschließbares Glasgefäß bringt, die nöthige Menge Schwefelkohlenstoff darauf gießt und dann das Glas verschließt. Zur Auflösung eignet sich nicht jeder Kautschuk, am besten dazu ist das schwarze, welche Radirgummi.

Die Auflösung geht schon in der Kälte allmählich vor sich und kann befördert werden durch häufiges Schütteln des Glases und Umrühren dsr Masse. Sollte der Leim etwas zu dick ausfallen, oder sollte er im Laufe der Zeit durch öfteres Oeffnen des Gefäßes dickflüssiger werden, als für seine Verwendung wünschenswerth ist, so kann leicht dadurch nachgeholfen werden, daß man etwas Schwefelkohlenstoff darüber gießt und die Masse wieder unter einander mengt, wie umgekehrt ein zu dünnflüssiger Leim durch Zusatz von Kautschuk verbessert werden kann.

Rascher als bei gewöhnlicher Temperatur geht die Auflösung vor sich, wenn man das Glas, das den Kautschuk und Schwefelkohlenstoff enthält und das mit Kork und Blase gut verschlossen ist, einige Zeit in erwärmtes Wasser stellt, das aber die Temperatur von 25° R. nicht überschreiten sollte.

In Betreff des Schwefelkohlenstoffs ist noch zu bemerken, daß derselbe ganz wasserfrei seyn muß. Da er aber wegen seiner großen Flüchtigkeit in der Regel mit einer Schichte Wasser übergossen wird, so muß er vor der Verwendung entwässert werden dadurch, daß man Stücke von geschmolzenem Chlorcalcium in das Gefäß und einige Zeit unter Umschütteln mit dem Schwefelkohlenstoff in Berührung bringt; derselbe kann dann in ein anderes trockenes, gut verschließbares Gefäß übergefüllt werden. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1859, Nr. 30.)

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