Titel: Zur Silberprobe auf nassem Wege.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 6 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi03_6

Zur Silberprobe auf nassem Wege.

Der Mangel an einem geschickten Mechaniker, der im Stande gewesen wäre den undicht gewordenen Lufthahn am Gay-Lussac'schen Apparate wieder herzustellen, nöthigte mich zu folgendem Aushülfsapparat, den ich für ähnliche Fälle oder bei Mangel eines vollständigen Apparates empfehlen kann.

Die Normalsalzlösung hatte ich in einem großen Schwefelsäure-Ballon von 60–70 Liter Inhalt, der mit einem doppelt durchbohrten Korke verschlossen ist. Durch den Kork gehen zwei Glasröhren bis auf den Boden des Ballons, eine gerade, oben offene um Luft eintreten zu lassen, und doch Verdunstung zu verhüten, und eine in einem spitzen Winkel gebogene, an welche ein Kautschukrohr befestigt ist. Das letztere trägt an seinem untern Ende eine andere kurze Glasröhre, welche am Ende ein wenig ausgezogen ist, so daß ihre Spitze mit Leichtigkeit in den Hals der zu gebrauchenden Pipette hineinpaßt. An dem Kautschukrohr wird ein Mohr'scher Quetschhahn angebracht, und so die ganze Hebevorrichtung gefüllt und geschlossen gehalten.

Als Pipette benütze ich eine 100 Kubikcentimeter Pipette, deren Hals bis auf etwa 1 Zoll Länge abgeschnitten ist.

Da es bei dieser Probe nicht darauf ankommt, genau 100 Kubikcentimeter abzumessen, sondern nur immer das gleiche Volum Flüssigkeit zu verwenden, so hat es nichts auf sich, wenn auch die Pipette ober oder unter der Marke abgeschnitten wird.

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Während man sie in der linken Hand hält und mit dem Daumen die Ausflußöffnung schließt, die kurze Glasröhre ein wenig in den Hals einführt und mit der rechten Hand den Quetschhahn drückt, füllt man sie sehr schnell, worauf man sie mit der rechten Hand ergreift, mit dem Zeigefinger den Hals schließt, sie äußerlich mit einem bereit liegenden Tuche etwas abtrocknet und nun zum Auslaufen bringen kann.

Man hat so den Vortheil, immer dieselbe Menge Maaßflüssigkeit anzuwenden, ohne im geringsten irgend eine Marke beobachten zu müssen, wenn man nur früher etwa vorhandene Luftblasen durch gelindes Klopfen und Neigen zum Aufsteigen bringt. Es versteht sich übrigens von selbst, daß der Ballon in einer entsprechenden Höhe angebracht seyn muß, um den Quetschhahn bequem handhaben zu können.

Venedig, im Mai 1859.

W. Zippe.

(Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 1859, Nr. 28.)

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