Titel: Fabrication des Pausekattuns (Zeichnenkattuns); von Husson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 6 (S. 319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi04_6

Fabrication des Pausekattuns (Zeichnenkattuns); von Husson.

Das angewandte Material besteht je nach der beabsichtigten Qualität aus Musselin oder einer gröberen Sorte Jaconnet. Das rohe Gewebe wird zunächst gesengt, dann möglichst sorgfältig gebleicht, hierauf in einem Bade von weißem Oel behandelt, mittelst besonders construirter Maschinen gepreßt, gewaschen, ausgewunden und getrocknet. Hierauf folgt die wichtigste Operation, das Appretiren. Die Appreturmasse besteht gewöhnlich aus 5 Theilen Maniokwurzelsaft (tapioca), 2 Thl. Stärke und 1 Theil Alaun; diese Verhältnisse werden nach dem Grade der Derbheit und Dichtheit, welche man dem Stoff geben will, entsprechend abgeändert. Das mit dieser Masse imprägnirte Gewebe wird getrocknet und hierauf der letzten Operation, dem Glätten, unterworfen, wozu man sich eines gewöhnlichen, aus Eisen- und Papierwalzen zusammengesetzten Kalanders bedient, dessen Eisenwalzen durch Dämpfe oder glühende Eisenbolzen geheizt werden. In Folge des Druckes und der Wärme durchdringt das im Stoffe vorhandene Oel die Appreturmasse, wodurch das Gewebe die gewünschte Durchsichtigkeit und Undurchdringlichkeit erhält, so daß man auf dasselbe zeichnen, schreiben und tuschen kann.

Die Appreturmasse kann noch auf mannichfache andere Weise zusammengesetzt werden; alle Harzseifen in Verbindung mit Stärke und Alaun geben brauchbare Apprets, z.B.:

11 4/5 Maaß Wasser (württ. Maaß),

3 Pfund Soda oder Potasche,

120 Pfund Kalk.

Diese Substanzen zusammengekocht, geben eine Lauge, zu welcher man 20 Pfd. zerkleinertes Colophonium und eine dem beabsichtigten Zweck entsprechende Quantität Stärke oder Mehl beifügt.

Mit gutem Erfolg kann man auch folgende Zusammensetzung anwenden:

20 Pfd. weiße Marseiller Seife, aufgelöst in 54 1/2 Maaß Wasser (württ. Maaß),

10 Pfund Alaun,

10 Pfund Stärke.

Die letzteren beiden Mittel sind billiger als das erstere, geben aber auch nicht einen so hohen Grad von Durchsichtigkeit. Handelt es sich um die Fabrication von Stoffen geringerer Qualität, so kann man auch das oben erwähnte, weiße Oel durch andere Fettsubstanzen, als Talg, Schmeer, Harzöl, Firniß u.s.w. ersetzen. (Moniteur industriel Nr. 2344, durch das württembergische Gewerbeblatt, 1859, Nr. 23)

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