Titel: Schwarzfärben der Filzhüte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 7 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi04_7

Schwarzfärben der Filzhüte.

Huault jun. in Paris erzeugt die schwarze Farbe auf Filzhüten nach folgendem Verfahren, für welches derselbe schon vor mehreren Jahren die große goldene Preismedaille von der Société d'Encouragement erhielt: 1) Vorbeizen. Hiezu sind Gelbholz, Salzburgervitriol (Eisenvitriol) und rother Weinstein, von jedem 8 Pfund, anzuwenden, welche zusammen mit der erforderlichen Menge Wasser eine halbe Stunde gekocht werden. Der Filz wird hierauf in die Beize gebracht und später ausgewaschen. 2) Schwarzbad. Dieses besteht (zum Färben für 100 Stück Hüte aus feinem Filz) aus 55 Pfd. Blauholz (Campecheholz), 3 Pfund Galläpfeln und 1 1/2 Pfund ordinärem arabischem Gummi, welche Mischung man 3 Stunden im Wasser kochen läßt, zu der erhaltenen Abkochung setzt man, um ein tiefes Schwarz zu erhalten, 5 Pfund krystallisirten Grünspan und 2 Pfund Kupfervitriol hinzu. Nachdem das Bad eine Viertelstunde gekocht hat, kühlt man es bis zu 66° R. und |320| legt den gebeizten Filz eine halbe Stunde hinein, worauf man ihn eine halbe Stunde an die Luft hängt. Dieses abwechselnde Eintauchen und Lüften wird noch sechsmal wiederholt, und zwar mit der Vorsicht, daß die Wärme des Bades während der ersten zwei Passagen 65° R., während der zwei folgenden 70° R., während der fünften und sechsten 75° R. nicht übersteigt; bei der siebenten Passage dagegen wird die Hitzung bis zum Kochpunkte des Wassers erhöht. Nächstdem ist hiebei noch zu beachten, daß man dem Bade beim vierten Eintauchen 1 Pfund Candiszucker, bei dem sechsten 2 Pfund gebrannten Kalk zusetzt. Zuletzt wird der Filz so lange gespült, bis das Wasser ungefärbt davon abläuft. (Aus Bulletin de la Société d'Encouragement nach gemeinnütz. Wochenschr. Nr. 25 von 1859.)

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