Titel: Untersuchung der toskanischen Weine; von O. Silvestri und C. Giannelli.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 12 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi05_12

Untersuchung der toskanischen Weine; von O. Silvestri und C. Giannelli.

Die Genannten haben bei dieser im Laboratorium der Universität zu Pisa ausgeführten Arbeit die toskanischen Weine vom J. 1857 auf ihren Gehalt an Alkohol, Wasser, organischen und mineralischen Substanzen untersucht, auch das Glycerin in denselben nachgewiesen.

Der Alkohol, welcher nach dem Verfahren von Gay-Lussac bestimmt wurde, beträgt in den toskanischen Weinen zwischen 4 und 14 Procent. Das aus 67 Bestimmungen, die mit einer gleichen Anzahl von Weinsorten gemacht wurden, gezogene Mittel ist beiläufig 9 Procent. Nur eine Sorte rothen Weines, nämlich der von Ferrajolo bei Siena, lieferte 17,5 Procent Alkohol bei 10°,5 C. Temperatur. Der Wein Monte Pulciano, welchen Rodi für den „König aller Weine“ erklärte, enthält nur 9 bis 11 Proc. Alkohol, und ist nicht mehr der beste der toskanischen Weine.

Alle toskanischen Weine, ohne Ausnahme, enthalten freie Essigsäure, welche ohne Zweifel eines der Oxydationsproducte des Alkohols ist.

Im Mittel enthalten die toskanischen Weine in 100 Theilen:

organische Substanzen 2,62
mineralische Substanzen oder Asche 0,24
Wasser 88,00
Alkohol 9,14
––––––
100,00

Nach Pasteur's Untersuchungen über die geistige Gährung müssen die Weine als constantes Product der Spaltung des Traubenzuckers eine gewisse Menge Glycerin enthalten. Hr. Ubaldini hat zwei Weinsorten auf dasselbe untersucht: man erhielt eine kleine Menge einer syrupartigen Flüssigkeit, welche sich in der Wärme |399| verflüchtigen ließ, wobei sie einen Weißen Rauch und einen eigenthümlichen faden Geruch verbreitete. Diese Flüssigkeit wird durch die Bierhefe nicht in Gährung versetzt, gibt aber, wenn man Jodphosphor auf sie einwirken läßt, Jodpropylen C⁶H⁵J, welches in Berührung mit Chlorwasserstoffsäure und Quecksilber Propylengas entbindet. Dieß sind bekanntlich die charakteristischen Eigenschaften des aus den Fetten abgeschiedenen Glycerins. (Comptes rendus, August 1859, Nr. 6.)

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