Titel: Ueber chromsaures Chromoxyd; von Demselben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 4 (S. 391–392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi05_4

Ueber chromsaures Chromoxyd; von Demselben.

Wenn man eine wässerige Lösung von zweifach-chromsaurem Kali mit Alkohol versetzt, so scheidet sich im Lichte alsbald ein reichlicher brauner Absatz aus. Dieser ist offenbar das durch Reductionsmittel bereits mehrfach erhaltene sogenannte chromsaure Chromoxyd; indeß dürfte sich diese Bildungsweise besonders zur Darstellung desselben eignen. Mit Salzsäure liefert diese Verbindung Chlor und beim Glühen wird sie zu grünem Chromoxyd. Von Interesse ist der Einfluß des Lichtes auf die Bildung dieses Productes. Nimmt man von ein und derselben Lösung zwei Proben und setzt die eine Probe den directen Sonnenstrahlen aus, während man die andere im Dunkeln verwahrt, so sondert sich aus der ersteren rasch ein starker Niederschlag ab, während die andere Probe vollkommen hell bleibt. Dieses Verhalten gleicht demnach ganz dem bekannten Bräunen des mit doppelt-chromsaurem Kali getränkten Papiers am Lichte, nur daß dieses Bräunen hier in einer Flüssigkeit stattfindet. Eine Probe, in welcher Alkohol mit einer geringen Menge Chromsäurelösung versetzt war, zeigte nach einiger Zeit ein völliges Gelatiniren, ohne daß sich ein Sediment ausschied, hatte sich aber tief braun gefärbt und hinterließ beim Eintrocknen eine spröde, glänzende, zerrissene Masse von brauner Farbe.

Dieses Verhalten einer so raschen Zersetzung am Lichte läßt sich zu einer rohen Art der Photographie mit Vortheil anwenden, indem man eine poröse Thonplatte |392| mit einer Mischung von doppelt-chromsaurem Kali und Alkohol tränkt, das Licht theilweise einwirken läßt und nachträglich im dunkeln Raume erhitzt, um den überschüssigen Alkohol zu entfernen. Da nach Verflüchtigung des Alkohols das Reductionsmittel beseitigt ist, so bleiben die auf solche Weise hergestellten Bilder nachher am Lichte unverändert. (A. a. O.)

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