Titel: Unbrauchbar gewordene Gutta-percha zum Abformen, für galvanoplastische Zwecke, wieder nutzbar zu machen; von A. W. Löwenthal.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 153/Miszelle 9 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj153/mi153mi06_9

Unbrauchbar gewordene Gutta-percha zum Abformen, für galvanoplastische Zwecke, wieder nutzbar zu machen; von A. W. Löwenthal.

Als Antwort auf die bei dem Gewerbeverein in Köln eingegangene Frage: „Wie man alte, unbrauchbar gewordene Gutta-percha zum Abformen wieder verwenden könne?“ theilt der Verfasser Folgendes mit. Noch vor wenigen Monaten wäre mit die Beantwortung dieser Frage, so wichtig sie auch für die Formerei ist, unmöglich gewesen, wenn nicht gerade in letzterer Zeit durch wiederholte Versuche es mit endlich gelungen wäre, durch ein sehr einfaches und billiges Verfahren die Gutta-percha so brauchbar zu machen, daß sie zum Clichiren vollkommen die neue ersetzt. Diese ausgezeichnete Formmasse, welche bis jetzt noch durch keine andere erreicht, hatte nur den großen Uebelstand, daß sie durch zu schnelle Abnutzung in der technischen Anwendung zu kostspielig wurde, indem man schon nach einigen Monaten die alte durch neue ersetzen mußte, wodurch sich große Quantitäten theures nutzloses Material anhäuften, wofür man weder eine nützliche Anwendung, noch irgend eine Verwerthung erzielen konnte. In meiner galvanoplastischen Anstalt, wo beständig Abformungen mit Gutta-percha vorgenommen werden, mußten sich natürlich Massen solcher nutzlosen Gutta-percha anhäufen.

Der Verfasser versuchte die alte mit neuer Gutta-percha zusammen zu verarbeiten, was aber mißlang, indem, die frische Masse mit der alten zusammengeschmolzen jene mit verdarb und ganz unbrauchbar machte.

Bei der Gutta-percha tritt nach einer gewissen Zeit der Benutzung ein Moment ein, wo diese an den Formen nach der Abkühlung gleichsam wie Pech festhängt; von diesem Augenblicke an ist sie nicht mehr zu gebrauchen. Es mußte also nothwendig ihr ein Bestandtheil fehlen, der ihre Elasticität beeinträchtigt, und um diesen zu finden handelte es sich. Nach vielen Versuchen, die der Verfasser machte, unter andern mit verschiedenen Fetten, fand er endlich, daß ein Zusatz von Leinöl, nachdem vorher die unbrauchbar gewordene Gutta-percha in siedendem Wasser erweicht worden, indem man die Masse mit dem Leinöl wie einen Teig knetet, die Gutta-percha vollkommen wieder brauchbar macht und die aus dieser Masse hergestellten |468| Clichés ebenso rein und scharf werden, als die von frischer Gutta-percha. Diejenigen, welche sich speciell dafür interessiren, können solche Formen und die darauf gearbeiteten galvanischen Reliefs bei dem Verfasser sehen, und ist derselbe bereit, hierüber noch nähere Auskunft zu ertheilen. (Monatsschr. des Gewerbevereins zu Köln, 1859, Maiheft.)

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