Titel: Ueber die Anfertigung eines sehr haltbaren Bindfadens zu Bauten, namentlich um das Schilf an den Wänden und Decken zu befestigen; von Dr. Artus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 154/Miszelle 13 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj154/mi154mi01_13

Ueber die Anfertigung eines sehr haltbaren Bindfadens zu Bauten, namentlich um das Schilf an den Wänden und Decken zu befestigen; von Dr. Artus.

In einer in diesem Jahre im Gewerbevereine zu Jena abgehaltenen Sitzung wurde von einem Maurermeister die Frage gestellt: „Ob es nicht möglich sey, einen haltbaren Bindfaden für Bauten feuchter Räume herzustellen?“

Es wurde demnächst von mir eine Reihe Versuche angestellt, die zu dem günstigen Resultate führten, einen solchen Bindfaden in der Weise darzustellen, daß man den Bindfaden eine halbe Stunde lang in eine mäßig concentrirte Leimauflösung bringt, hierauf denselben herausnimmt, etwas abtrocknen läßt und dann in eine concentrirte noch warme Abkochung von Eichenrinde gibt, in welcher man eine kleine Quantität Catechu gelöst hatte. Nachdem der Bindfaden etwa 1–2 Stunden mit der gerbstoffhaltigen Flüssigkeit in Berührung war, wird derselbe herausgenommen, getrocknet und durch einen mit etwas Oel getränkten Lappen gezogen, d.h. geglättet. Auf diese Weise erhält man einen Faden, der den Darmsaiten an Farbe gleich kommt, sehr fest erscheint und der Feuchtigkeit widersteht.

Der Seilermeister F. A. Hunger hat den Vorschlag im größeren Maaßstabe ausgeführt und dieses neue Fabricat in der am 17. März abgehaltenen Sitzung des hiesigen Gewerbevereins den Mitgliedern desselben vorgelegt, worüber man sich einstimmig günstig aussprach, und dürfte daher dieses neue Fabricat der weiteren Beachtung empfohlen werden. (Vierteljahrsschrift für technische Chemie.)

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