Titel: Verfahren, Zink durch bloßes Eintauchen mit Kupfer oder Messing zu überziehen; von A. Bacco.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 154/Miszelle 6 (S. 156–157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj154/mi154mi02_6
|157|

Verfahren, Zink durch bloßes Eintauchen mit Kupfer oder Messing zu überziehen; von A. Bacco.

Um Zink mit Kupfer oder Messing zu überziehen, damit man es nachher auf nassem Wege versilbern oder vergolden könne, bereitet man folgende Flüssigkeiten.

Zur Darstellung der zum Verkupfern bestimmten Flüssigkeit nimmt man kalt gesättigte Kupfervitriollösung und fügt eine Lösung von Cyankalium hinzu, bis der zuerst entstandene Niederschlag sich wieder aufgelöst hat. Dabei wird Blausäure entwickelt, weßhalb man die Operation unter einem Kamin ausführen muß. Nachdem die Flüssigkeit wieder klar geworden ist, fügt man ihr ein 1/10 bis 1/5 ihres Volumens Aetzammoniakflüssigkeit hinzu und verdünnt sie dann mit so viel Wasser, daß sie die Dichtigkeit von 8° Baumé erhält.

Um die Flüssigkeit, mittelst deren ein Messingüberzug hervorgebracht wird, anzufertigen, nimmt man statt der Kupfervitriollösung eine Lösung von gleichen Theilen Kupfervitriol und Zinkvitriol und vermischt diese mit Cyankaliumlösung, bis der dadurch entstehende Niederschlag sich wieder aufgelöst hat, worauf man Ammoniak in dem angegebenen Verhältniß hinzufügt. Wenn man helles Messing erhalten will, nimmt man 2 Theile Zinkvitriol und 1 Theil Kupfervitriol.

Um die Zinkwaaren mit Kupfer oder Messing zu überziehen, reinigt man sie durch Abreiben mit ganz feinem Bimssteinpulver mittelst eines Tuchlappens (besser mit verdünnter Salzsäure und feinem Sand) und Waschen mit Wasser, worauf man sie sofort in das Bad bringt und 24 Stunden lang darin läßt. Man nimmt sie sodann wieder heraus, spült sie in Wasser und wischt sie ab, worauf sie so glänzend sind, als ob sie polirt wären. Der so hervorgebrachte Kupfer- oder Messingüberzug haftet vollkommen fest, so daß er kräftiges Reiben und selbst eine Behandlung mit dem Polirstahl verträgt. Er bedeckt das unterliegende Metall vollkommen und man kann ihm eine beliebige Dicke geben, wenn man, nachdem das Zink erst durch bloßes Eintauchen einen dünnen Ueberzug erhalten hat, weiterhin einen galvanischen Apparat zu Hülfe nimmt.

Nachdem die Zinkgegenstände mit Kupfer überzogen sind, kann man sie in bekannter Weise galvanisch versilbern. Man kann sie auch vergolden, zu welchem Zweck man sie vorher versilbert (eine zuvorige Versilberung ist behufs der Vergoldung, nach Prof. Böttger nicht eben nothwendig). (Aus dem Technologiste, durch das polytechnische Centralblatt, 1859 S. 1304.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: