Titel: Verfahren, das Chlor und den Schwefel in dem Kautschuk nachzuweisen, welcher mittelst Schwefelchlorür vulcanisirt worden ist; von H. Gaultier de Claubry.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 154/Miszelle 10 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj154/mi154mi03_10

Verfahren, das Chlor und den Schwefel in dem Kautschuk nachzuweisen, welcher mittelst Schwefelchlorür vulcanisirt worden ist; von H. Gaultier de Claubry.

Meinen früheren Mittheilungen in diesem Betreff (polytechn. Journal Bd. CLIII S. 317) habe ich Folgendes nachzutragen:

Ich habe oft beobachtet, daß wenn man das durch Verbrennung des Kautschuks mittelst reinen Salpeters erhaltene Product mit Salpetersäure behandelt, sich ein starker Geruch nach Blausäure einstellt.

Wenn man die bei der trockenen Destillation des Kautschuks sich entwickelnden Gase und Dämpfe mit oder ohne Luft durch eine zum stärksten Rothglühen erhitzte Röhre und aus dieser in Wasser geleitet hat, so entwickelt der Niederschlag, welchen salpetersaures Silber in diesem Wasser hervorbrachte, beim Kochen mit Salpetersäure ebenfalls den Blausäuregeruch. Wie ich früher zeigte, enthält dieser Niederschlag Chlorsilber, Schwefelsilber und metallisches Silber, zu denen also noch Cyansilber kommt, welches sich beim Kochen desselben mit Salpetersäure zersetzt. Man kann das Cyansilber im Niederschlag leicht nachweisen, indem man ihn in der Kälte mit Salpetersäure behandelt, wobei das Cyansilber und das Chlorsilber (wenn solches vorhanden ist) zurückbleiben, der ausgewaschene und getrocknete Rückstand, mit Salpetersäure gekocht, entwickelt Blausäure, und löst sich gänzlich auf, wenn er kein Chlorsilber enthält.

Fünfzig Gramme Kautschuk von Paris oder den verschiedenen Bezugsquellen geben keine Spur von Chlorsilber. Fünf Gramme vulcanisirter Kautschuk, bei dessen Behandlung per Kilogr. Schwefelkohlenstoff nur 5 Gramme Schwefelchlorür angewandt wurden, liefern hingegen schon sehr merkliche Quantitäten von Chlorsilber. Mittelst des von mir angegebenen Verfahrens kann man also, wenn man das Vorkommen des Cyansilbers im Silberniederschlag berücksichtigt, sich mit Sicherheit über das beim Vulcanisiren des Kautschuks befolgte Verfahren aussprechen. (Comptes rendus, September 1859, Nr. 10.)

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