Titel: Zusammensetzung des Granat-Guanos; von Eugen Meyer aus Varel a. d. Jahde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 154/Miszelle 13 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj154/mi154mi03_13

Zusammensetzung des Granat-Guanos; von Eugen Meyer aus Varel a. d. Jahde.

Die kleinen Krebse (Crangon vulgaire Fabr.), welche zu Milliarden die Nordseeküsten bevölkern und im nordwestlichen Deutschland unter dem Namen Granate oder Garneele als Leckerbissen bekannt sind, werden, wenn sie zum Verkauf nicht geeignet, schon seit langer Zeit von den Nordseefischern als Düngemittel benutzt. Die Erfahrung hat gezeigt, daß durch deren Anwendung selbst auf dem leichtesten Sandboden die schönsten Erträge erzielt werden können.

Auf diese Erfahrung gestützt, haben die HHrn. Dencker und Comp. vor einigen Jahren bei Varel a. d. Jahde eine Fabrik errichtet, in der diese Krebse mit |240| dem besten Erfolge zu einem künstlichen Guano verarbeitet werden. Das Verfahren dieser Düngerbereitung beruht einfach darauf, daß man die Thiere auf großen Eisenplatten so lange dörrt, bis man sie unter aufrecht laufenden Mühlsteinen zu einem ziemlich feinen Pulver zermahlen kann. Auf diese Weise wird nicht nur ein gleichmäßiges Gemenge erzielt, sondern man erhält den Dünger auch in der Form, in welcher er für den landwirtschaftlichen Gebrauch am geeignetsten ist.

Bei der vom Verf. in Prof. Bunsen's Laboratorium ausgeführten Analyse dieses Düngers wurde zunächst das Verhältniß zwischen den organischen und unorganischen Bestandtheilen desselben ermittelt, wobei sich ergab:

71,8 Proc. organische Substanzen,
28,2 „ Aschenrückstände
–––––
100,0.

Der bei 100° C. getrocknete organische Theil bestand in 100 Theilen aus:

Stickstoff 11,80
Kohlenstoff 50,49
Wasserstoff 7,17
Sauerstoff 30,54
––––––
100,00.

Die unorganischen Bestandtheile dieses Guanos, auf 100 Theile Aschenrückstände berechnet, sind:

löslich in Wasser 13,866 Proc. phosphorsaures Natron
kohlensaures Natron
einfach-kieselsaures Natron
Chlornatrium
Chlorkalium
einfach-kieselsaures Kali
Jod als Jodmetall
0,030
0,250
0,180
8,590
0,340
4,470
0,006
löslich in Säuren 68,520 Proc. drittel-phosphorsaurer Kalk
kohlensaurer Kalk
einfach-kieselsaurer Kalk
kohlensaure Magnesia
Thonerde
Eisenoxyd
hygroskopisches Wasser
13,930
40,330
6,030
2,280
2,850
1,160
1,940
in Wasser und Säuren unlöslicher Rückstand 17,440
––––––
99,826

Vergleicht man diese Resultate mit den Analysen der verschiedenen natürlichen Guanosorten, so findet man, daß die organischen Bestandtheile derselben gegen die des Granat-Guanos bedeutend zurücktreten; daß der Stickstoffgehalt des letzteren mindestens dem der mittleren Sorten des natürlichen Guanos gleich steht; daß aber die Menge der phosphorsauren Salze weit hinter der des natürlichen Guanos zurückbleibt. Die oben erwähnte Fabrik, welche dieses interessante landwirtschaftliche Product darstellt, pflegt daher demselben Knochenmehl zuzusetzen, um dadurch ein dem jedesmaligen Zwecke entsprechendes Düngemittel zu bereiten. (Annalen der Chemie und Pharmacie, 1859, Bd. CXII S. 80.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: