Titel: Ueber Mäßigung des allzu grellen Lichts der Photogen-Lampen; von Apotheker C. Feldmann in Bad Wildungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 154/Miszelle 5 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj154/mi154mi04_5

Ueber Mäßigung des allzu grellen Lichts der Photogen-Lampen; von Apotheker C. Feldmann in Bad Wildungen.

So vortrefflich auch das Licht der sogenannten Photogen-Lampen ist, so ist dennoch nicht zu läugnen, daß dasselbe, bei anhaltendem Gebrauch, den Augen unangenehm, ja schädlich werden kann, vorzüglich beim Schreiben oder Lesen. Um nun das Grelle dieses Lichts zu mildern, habe ich Folgendes als äußerst zweckdienlich erkannt. Man verreibe gut trocknenden (dicken) Copal- oder Dammarlack mit dunkelgrünem Zinnober zu einer dicklichen, kaum fließenden Masse. Vermittelst eines gewöhnlichen (mindestens daumendicken) Haarpinsels bestreiche man dann die äußere |318| Seite der Milchglas-Kuppeln und zwar so, daß man mehr betupfend als streichend den Pinsel verwendet. Auf diese Weise entstehen (selbst von Solchen, die nie einen Pinsel geführt) wunderschöne moos- oder laubartige transparante Gebilde; anfangs verschwinden diese, binnen einigen Minuten jedoch wo die Lackfarbe zu trocknen beginnt, bleiben sie stehen. Um die Procedur besser überwachen zu können, nimmt man sie Abends vor, indem man die Kuppel über die brennende Lampe stellt. Für wenige Groschen und binnen einer halben Stunde kann jeder Laie im Malen sich mehrere solcher Schirme anfertigen, die sich nicht bloß recht hübsch ausnehmen, sondern auch äußerst wohlthuend für die Augen sind. Sehr vortheilhaft kann man sich selbst theilweis gesprungener Kuppeln, die man in Glas-Handlungen nicht selten zum vierten Theil des Preises erkaufen kann, bedienen, indem man die Sprünge aus der Außenseite derselben mit schmalen Streifen feiner Leinwand mittelst dicker Gummilösung beklebt und nach dem Trocknen dann auf die vorhin angedeutete Weise bestreicht; die schadhaft gewesenen Stellen im Glase verschwinden für das Auge fast ganz. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1859, Nr. 22.)

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