Titel: Verfahren zur Anfertigung plattirter Kerzen, von A. V. Newton.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1859, Band 154/Miszelle 6 (S. 442–443)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj154/mi154mi06_6

Verfahren zur Anfertigung plattirter Kerzen, von A. V. Newton.

Der Genannte ließ sich am 25. October 1858 ein Verfahren als Mittheilung in England patentiren, Talgkerzen mit einer härteren, glatten, nicht rissig werdenden oder sich abschuppenden und das Ablaufen verhindernden Schicht zu überziehen. Nach diesem Verfahren werden folgende drei Mischungen, die stufenweise einen höheren Schmelzpunkt haben, in der Art angewendet, daß die Kerzen zuerst mit der Mischung |443| Nr. 1, dann mit der Mischung Nr. 2 und zuletzt mit der Mischung Nr. 3 überzogen werden. Die Mischung Nr. 1 besteht aus

Stearinsäure 50 Thln.
gutem Talg 44
Kampher 3
weißem Harz 2
Dammarharz 1

Die Mischung Nr. 2 wird bereitet aus

Stearinsäure 70 Thln.
Talg 24
Kampher 3
weißem Wachs 2
Dammarharz 1

Die Mischung Nr. 3 stellt man dar aus

Stearinsäure 90 Thln.
Talg 5
Kampher 3
weißem Wachs 2

Die Anfertigung dieser Mischungen geschieht durch Zusammenschmelzen der betreffenden Stoffe und das Ueberziehen der Kerzen mit denselben durch Eintauchen. Die Mischung Nr. 1 ist in ihrem Schmelzpunkt am wenigsten von dem Talg verschieden und verbindet sich deßhalb vollkommen mit demselben, wenn die Kerzen in sie eingetaucht werden, ohne daß dabei, wenn das Eintauchen rasch geschieht, ein Schmelzen des Talges erfolgt. Nachdem die Kerzen durch das Eintauchen mit einer Schicht der Mischung Nr. 1 überzogen sind, taucht man sie in die Mischung Nr. 2, welche einen höheren Schmelzpunkt hat, der aber doch nicht so hoch ist, daß von den Kerzen beim Eintauchen etwas abschmilzt. Zuletzt werden die Kerzen in die Mischung Nr. 3 getaucht, welche den höchsten Schmelzpunkt hat und also den Kerzen äußerlich eine schöne, nicht schmierige Oberfläche gibt. Wenn man die Mischung Nr. 3 sofort auf dem Talg anbrächte, so könnte sie sich abschuppen, was nicht der Fall ist, wenn sie durch Vermittelung der beiden anderen Mischungen mit dem Talg verbunden wird. Der Talg wird den Mischungen zugesetzt, um der Stearinsäure ihre Sprödigkeit und ihre kristallinische Beschaffenheit zu benehmen. Beim Eintauchen der Kerzen erhält man die Mischung nur gerade so warm, daß sie vollkommen flüssig bleibt. (Repertory of Patent-Inventions, August 1859, S. 101; durch das polytechnische Centralblatt, 1859 S. 1390.)

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