Titel: Perkins' Darstellung des Anilin-Violetts.
Autor: Perkins,
Calvert, Frederick Crace
Fundstelle: 1860, Band 155, Nr. XVII. (S. 60–61)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/ar155017

XVII. Darstellung des Anilin-Violetts, von Perkins.9)

Ich nehme eine kalte Auflösung von schwefelsaurem Anilin oder schwefelsaurem Toluidin, oder schwefelsaurem Xylidin, oder schwefelsaurem Cumidin (oder einem Gemisch dieser Salze), und eine Auflösung von zweifach-chromsaurem Kali, welche so viel Kali enthält, daß dasselbe die Schwefelsäure des ersten: Salzes in neutrales schwefelsaures Kali verwandeln kann; diese beiden Auflösungen vermische ich und lasse die Mischung 10 bis 12 Stunden in Ruhe, bis sie sich in ein schwarzes Pulver und eine Auflösung von neutralem schwefelsaurem Salz verwandelt hat. Den Niederschlag bringe ich auf ein dichtes Filter und wasche ihn mit Wasser, bis ihm alles neutrale schwefelsaure Salz entzogen ist. Die so erhaltene Substanz trockne ich bei einer Temperatur von 100° C., und lasse sie dann wiederholt mit leichtem Steinkohlentheeröl digeriren, bis sie von einem braunen Körper befreit ist, welchen das Steinkohlentheeröl auszieht. Das Steinkohlentheeröl kann man durch jede andere Substanz ersetzen, welche den braunen Körper auflöst ohne den Farbstoff aufzulösen. |61| Den Rückstand befreie ich vom Steinkohlentheeröl durch Verdunstung desselben, und digerire ihn dann mit Holzgeist, überhaupt mit einer Flüssigkeit, welche den neuen Farbstoff auflösen oder ausziehen kann. Ich trenne hernach den Holzgeist vom Farbstoff durch Verdunstung bei 100° C.

Um lilas oder purpurroth zu färben, setze ich eine starke Auflösung von Farbstoff (vorzugsweise in Weingeist) einer verdünnten und kochenden Auflösung von Weinsteinsäure oder Oxalsäure zu, lasse das Gemisch erkalten und tauche dann die Seide oder Baumwolle hinein.

Um die Wolle zu färben, ist es vortheilhaft sie mit der erwähnten Auflösung und mit Eisenvitriol kochen zu lassen, und sie dann zuerst in reinem Wasser, hernach in Seifenwasser zu spülen.

Dieses Patent wurde bis jetzt weder im Repertory of Patent-Inventions, noch im London Journal of arts mitgetheilt: es ist nur unvollständig durch eine Notiz von Prof. Calvert (polytechn. Journal Bd. CXLIX S. 137 und Bd. CL S. 123) bekannt geworden. A. d. Red.

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