Titel: Simon's Hochdruckkessel zum Kochen der Schlichte oder Appretur.
Autor: Simon,
Fundstelle: 1860, Band 155, Nr. XXX. (S. 100–101)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/ar155030

XXX. Hochdruckkessel zum Kochen der Schlichte oder Appretur; von Hrn. Simon in Saint-Dié.

Aus Armengaud's Génie industriel, November 1859, S. 279.

Mit einer Abbildung auf Tab. II.

Hr. Simon hat der Société industrielle zu Mülhausen einen zum Kochen der Schlichte oder Appretur bestimmten Apparat mitgetheilt, welcher uns seinen Zweck vollkommen zu erfüllen scheint und dabei von sehr einfacher Construction ist. In diesem Apparat kann man leicht 30 Liter Schlichte in 12 bis 15 Minuten kochen, wozu in den gewöhnlichen Apparaten 1 1/4 Stunde erforderlich ist.

Dieser Apparat, welcher in Fig. 15 im senkrechten Durchschnitte dargestellt ist, besteht aus einem kupfernen Cylinder A, der an jedem Ende mit zwei eisernen Bändern B versehen ist, auf denen mittelst Schraubbolzen zwei andere Bänder befestigt werden, welche zwei kugelförmige Hauben, die untere C und die obere D, tragen. Dieser Cylinder wird an einem Träger E befestigt, welchen man an einer Mauer des Fabriklocals anschraubt.

Eine mit zwei Hähnen I und K versehene Röhre H steht mit der untern Haube H durch ein Ansatzrohr h in Verbindung, dessen Flantsche an die Haube angeschraubt ist. Der Dampf tritt durch den ersten Hahn I zu, während der Hahn K zum Entleeren des Apparates nach beendigtem Kochen dient.

Der cylindrische Theil des Apparats ist mit einem Speisehahn F versehen, über welchem sich ein Trichter G zum Einbringen der Materialien befindet; ein zweiter Hahn ist in zwei Drittel der Höhe des Cylinders angebracht und zeigt den richtigen Stand der in den Apparat zu füllenden Flüssigkeit an.

Die obere Haube ist mit einer Röhre L versehen, die in einen Hahn M endigt, um die Luft aus dem Apparat entweichen lassen zu können.

Nachdem man den Hahn F geöffnet und die Hähne I und K geschlossen hat, gießt man Wasser in den Trichter G und läßt solches so lange in den Apparat laufen, bis es aus dem, in zwei Drittel seiner Höhe angebrachten Hahne ausfließt. Diesem bekannten Wasservolum setzt man das vorher mit Wasser angerührte und mit Leiogomme etc. gemischte Stärkmehl zu.

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Man öffnet hernach die Hähne M und I und schließt dagegen die Hähne F und K, sowie den Wasserstandshahn. Der Dampf tritt alsdann in den Apparat; die Luft wird durch die Röhre L ausgetrieben und in sehr kurzer Zeit ist die Mischung zum Kochen gebracht, welches man die erforderliche Zeit lang unterhält, indem man öfters Schlichte durch den Hahn K herausläßt, um sich von deren Consistenz zu überzeugen. Wenn man die Operation für beendigt erachtet, schließt man den Hahn I und öffnet den Hahn K, worauf sich der Apparat schnell entleert, weil der Druck im Innern desselben gegen das Ende der Operation nahezu demjenigen im Dampfkessel gleich ist.

Mit 100 Liter Wasser und 10 Kilogr. Stärkmehl erhält man in einem solchen Apparat 120 bis 122 Liter Schlichte.

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