Titel: Töpfer's Nudelfabrik.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155, Nr. XLIV. (S. 153–154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/ar155044

XLIV. Nudelfabrik des Hrn. Töpfer zu Altwasser in Schlesien (Waldenburger Revier).

Aus den Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1859 S. 126.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Das Material zu den Nudeln wird erhalten, indem man dem Mehl die Stärke entzieht; die kleberreicheren Rückstände bilden den Nudelteig. Derselbe wird auf einer Knetmaschine, Fig. 6, durchgearbeitet. Auf dem Arbeitstisch A walzen sich zwei harte, geriffelte Conusse aus Ahornholz B, B ab, welche sich um ihre eigene Achse drehen und die gemeinschaftliche Bewegung von der stehenden Welle C erhalten, die durch conische Räder d, d und Riemenvorgelege von dem Motor, einem Wasserrade, aus getrieben wird.

Der so gehörig durchgeknetete Nudelteig wird jetzt auf einer zweiten Maschine, der Nudelpresse, weiter verarbeitet. Fig. 7 stellt diese Maschine dar. Das Pressen der Nudeln beruht darauf, daß man den |154| Teig durch ein Preßsieb, welches mit vielen kleinen Löchern, entsprechend der Stärke der Nudeln, versehen ist, hindurchtreibt. Von der Betriebswelle, auf welcher eine breite Riemenscheibe sitzt, werden durch Riemenvorgelege die beiden Wellen b und c in Bewegung gesetzt. Die Welle b überträgt die Bewegung direct durch conische Räder auf die Mutter der Preßschraube, welche in die Nabe des conischen Rades d eingesetzt ist. Diese Mutter ist durch Keile am Auf- und Niedergehen verhindert; es verschiebt sich demnach die Spindel e, welche durch das Führungsstück f am Drehen verhindert ist. Von der Welle c werden ebenfalls die conischen Räder getrieben, aber durch ein Rädervorgelege, um nöthigenfalls das Pressen langsamer erfolgen zu lassen. Um je nach Bedürfniß die Bewegung von der Welle b oder der Welle c zu gebrauchen, sind auf beiden Wellen Kuppelungen g und h angebracht, welche die lose auf den Wellen befindlichen Riemenscheiben mit denselben einkuppeln oder ausrücken können, je nachdem man ein schnelleres oder langsameres Auf- und Niedergehen der Preßspindel verlangt. Fig. 8 und 9 stellen das Preßsieb p dar. Dasselbe ist aus Rothguß und wird je nach der verlangten Stärke der Nudeln ausgewechselt. Die Zahnradverhältnisse der Maschine sind folgende: das conische Rad d hat 48 Zähne, das conische Getriebe d' 17 Zähne, das Stirnrad h 90 Zähne, das Getriebe h' 18 Zähne. Der Durchmesser der Preßspindel beträgt 3 1/2 Zoll, ihre Ganghöhe 1/2 Zoll.

Um die Nudeln vorzutrocknen, sobald sie aus der Presse kommen, ist unter derselben ein Ventilator q angebracht; das vollständige Austrocknen geschieht jedoch erst später auf Rahmen.

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