Titel: Apparat zur Bestimmung der Kohlensäure in ihrer Verbindung mit Alkalien etc.
Autor: Braun, Carl Daniel
Fundstelle: 1860, Band 155, Nr. LXXXVIII. (S. 301–302)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/ar155088

LXXXVIII. Apparat zur Bestimmung der Kohlensäure in ihrer Verbindung mit Alkalien, alkalischen Erden etc.; von Carl Daniel Braun.

Mit einer Abbildung auf Tab. IV.

Der Apparat beruht ganz auf demselben Princip wie der von Fresenius und Will. Vor diesem zeichnet er sich durch seine Leichtigkeit aus, so daß er auf sehr feinen Waagen, welche bei 50–60 Grm. Belastung noch 0,5 Milligrm. angeben, gewogen werden kann. Zur Zersetzung kann jede Säure verwandt werden; er eignet sich daher besonders zur Analyse von Kalkspath, Strontianit u.s.w., überhaupt der kohlensauren Metalloxyde, welche mit Schwefelsäure unlösliche Verbindungen eingehen und daher die Anwendung des Fresenius-Will'schen Apparates nicht zulassen.

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Die Einrichtung und der Gebrauch des Apparates erhellt aus Folgendem:

Ein leichtes Kölbchen a, Fig. 22, von 60–70 Kub. Cent. Capacität ist mit einem fehlerfreien, weichen Kork verschlossen, durch welchen eine Röhre c, c' luftdicht hindurchgeht und nur wenig unterhalb des Korkes in das Kölbchen mündet. Eine gleiche Röhre, wie die vorhergehende Sförmig gebogen, reicht ungefähr bis zur Hälfte in das Kölbchen und ist zur feinen Spitze ausgezogen. Bei f an der Röhre c, c' und bei g an der Röhre d, d' ist eine Kugel angeblasen, welche 20–30 K. C. faßt. Die Kugel k' besitzt einen kleinen Tubus, welcher mittelst eines kleinen Korkes luftdicht verschlossen werden kann. Die Kugel k der Röhre c, c' endigt in ein rechtwinkelig gebogenes Röhrchen.

Um den Apparat nun zur Bestimmung zu verwenden, nimmt man das Röhrchen c, c' aus dem Kork und saugt concentrirte Schwefelsäure durch das Röhrchen r in die Kugel k, bis diese zu 2/3 ihres Volumens damit angefüllt ist. Mittelst eines zur Spitze ausgezogenen Trichters gibt man jetzt Salpetersäure oder überhaupt die zur Zersetzung dienende Säure in die Kugel k'; setzt den Kork mit seinen eingepaßten Röhrchen auf das Kölbchen a, in welchem sich bereits die abgewogene Menge Substanz befindet, trocknet das Röhrchen r wieder gut aus, wischt den ganzen Apparat mit einem Leinentuch trocken ab und wiegt. Alsdann befestigt man am Röhrchen r einen Kautschukschlauch und saugt vorsichtig etwas Säure aus k' über. Während dem Saugen dreht man nun den Stöpsel s fest in den Tubus der Kugel k ein. Die entbundene Kohlensäure geht durch die Schwefelsäure der Kugel k und wird hier vollständig von ihrem mitgerissenen Wasser befreit. Auf diese Weise fährt man fort bis alle Kohlensäure entbunden ist. Zur Entfernung der absorbirten Kohlensäure erwärmt man das Kölbchen und saugt dann, indem man den Kork s wegnimmt, Luft durch den Apparat. Nach ungefähr einer halben Stunde wiegt man den erkalteten Apparat wieder.

Die analytischen Resultate, welche ich mit diesem Apparat erzielte, waren im Ganzen gut.

Ein chemisch reiner Kalkspath wurde einer Analyse unterworfen und in vier Versuchen die Kohlensäure in Procenten zu 43,98; 44,09; 44,25; 44,3 gefunden, also im Durchschnitt zu 44,15, während die Rechnung 44,00 verlangt.

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