Titel: Ueber die Wirkung des Cyankaliums auf Thiere; von Dr. Landerer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 12 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi01_12

Ueber die Wirkung des Cyankaliums auf Thiere; von Dr. Landerer.

Um Insecten und auch andere ähnliche Thiere zu vergiften, bedienen sich die Insectensammler in neuerer Zeit des Cyankaliums. Eine kleine Portion dieses Salzes wird in ein Stück Fließpapier eingewickelt und in die Flasche gethan, in welche man die Insecten zu bringen gedenkt. Legt man Käfer, die so zu sagen ein zähes Leben haben und in Chloroform leicht Stunden und Tage lang noch leben, in ein solches Cyankalium enthaltendes Fläschchen, so sind sie nach einigen Secunden oder Minuten getödtet. Sehr interessante Versuche, die ich zur Wiederholung und Belehrung einem Jeden empfehle, sind die mit Fischen und Eidechsen. Jeder Mensch kennt das zähe Leben dieser Thiere, werden dieselben jedoch in eine solche Luft gebracht, so sind sie nach einigen Secunden todt. Um mich zu überzeugen, ob diese Wirkung der Blausäureluft zuzuschreiben sey, oder einem anderen Gemische von Luftarten, indem die sich aus dem Cyankalium entwickelnden Gase keinen sehr penetranten Geruch nach Blausäure zeigen, brachte ich Kaliumeisencyanür in ein Gefäß und übergoß dasselbe mit einigen Tropfen Schwefelsäure; die in diese Luft gebrachten Thiere starben jedoch erst nach längerer Zeit, so daß die so schnell tödtende Wirkung, die sich in Folge der Zersetzung des Cyankaliums auf die Thiere äußert, gewiß nicht nur der cyanhaltenden Luft, sondern der Mitwirkung der kohlensauren Luft und vielleicht auch dem Ammoniak, das sich daraus entwickelt, zuzuschreiben ist. (Archiv der Pharmacie, Bd. CL S. 228.)

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