Titel: Die Verwendung von Gußstahlblechen zu den Wandungen der Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 2 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi03_2

Die Verwendung von Gußstahlblechen zu den Wandungen der Dampfkessel.

Ueber diesen Gegenstand spricht sich der k. preuß. Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten in einer Verfügung an einen Maschinenfabrikanten folgendermaßen aus.

„Ew. Wohlgeboren erwidere ich auf die Vorstellungen vom 30. Juli und 4. October d. J., daß die Verwendung von Gußstahlblechen zu den Wandungen der Dampfkessel zwar nicht für unzulässig zu erachten ist, daß indeß Bestimmungen über die Stärke dieser Bleche nach Maaßgabe des Durchmessers der Kessel und der Dampfspannung, in Ermangelung ausreichender Erfahrungen, zur Zeit nicht getroffen werden können. Wenn Sie bemerken, daß, je nachdem der Druck auf die innere oder äußere Oberfläche erfolge, eine Stärke von 0,45 und beziehungsweise 0,55 derjenigen, welche gegenwärtig für Eisenbleche vorgeschrieben ist, genügend erscheine, so entsprechen zwar diese Zahlenabgaben dem bisher ermittelten Verhalten des Gußstahls zum Eisen im kalten Zustande, es fehlt indessen, so viel bekannt, an Erfahrung, durch welche die Fortdauer dieses Verhaltens für den einer längeren unmittelbaren Einwirkung des Feuers ausgesetzten Stahl dargethan wird. Es ist meine Absicht, Versuche anstellen zu lassen, um für die Ergänzung des Regulativs vom 6. September 1848 in dieser Beziehung eine Grundlage zu gewinnen; einstweilen muß die Abmessung der Stärke der Gußstahlbleche Ihrem eigenen Ermessen überlassen werden, wobei Sie in Gemäßheit der Vorschrift im §. 13 des Regulativs vom 6. September 1848 dafür verantwortlich bleiben, daß dieselbe dem beabsichtigten Dampfdrucke entsprechend bestimmt werde.

Das Königliche Polizeipräsidium ist veranlaßt worden, die Kessel aus Gußstahlblech nach erfolgter Prüfung derselben unter Anwendung der unter 11. im §. 13 des allegirten Regulativs angeordneten Druckprobe abzunehmen.“ (Erbkam's Zeitschrift für Bauwesen, 1860 S. 6.)

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