Titel: Ueber Darstellung eines farblosen Copalfirnisses; von J. Leisel, Techniker in Heilbronn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 8 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi03_8

Ueber Darstellung eines farblosen Copalfirnisses; von J. Leisel, Techniker in Heilbronn.

Ich bin in der Lage, ein gutes Verfahren zur Herstellung eines wasserhellen Copalfirnisses mitzutheilen und habe auf diese Weise immer einen sehr schönen Firniß bekommen. |238| Es gehört nicht allein ungemein viel Gewandtheit und Pünktlichkeit dazu, sondern auch ein passender Copal, wovon ich dem ostindischen den Vorzug gebe, indem derselbe weniger gefärbt und weniger hart ist; er kommt in abgerundeten Stücken im Handel vor. Dieser Copal ist leichter schmelzbar als andere Sorten und gibt deßhalb auch einen beinahe farblosen Firniß.

Man nehme 1/2 Pfund gepulverten ostindischen Copal, 3 Pfund Terpenthinöl, 1/2 Pfd. Leinölfirniß, 1/2 Pfd. grobes Glaspulver. Der gepulverte Copal muß wenigstens 4 bis 6 Wochen an einem sehr trockenen Orte ausgebreitet werden, bevor er angewendet wird; alsdann vermischt man denselben mit dem Glaspulver, thut die Mischung in eine Glasflasche, welche oben eine weite Oeffnung haben muß, und gießt das Terpenthinöl dazu; nun stellt man die Glasflasche in ein Sandbad und erhitzt die Mischung nach und nach bis zum Kochen, unter immerwährendem Umrühren mit einem Glasstabe. Neben die Flasche setzt man eine Flasche, worin das gekochte Leinöl sich befindet und mischt dieses, nachdem es die Siedhitze erreicht hat, nach und nach mit der heißen Copallösung. Hierauf seihet man den fertigen Firniß durch ein leinenes Tuch. Der auf solche Weise bereitete Firniß ist wasserhell und von ausgezeichneter Güte; angewendet wird derselbe für feinere Gegenstände, für feinere und helle Farben, namentlich in der Oelmalerei. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1860, Nr. 5.)

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