Titel: Bereitung einer säurefreien Gutta-percha-Wichse; v. Dr. Willibald Artus.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 9 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi03_9

Bereitung einer säurefreien Gutta-percha-Wichse; v. Dr. Willibald Artus.

3 bis 4 Pfund Kienruß und 1/2 Pfd. gebrannte Knochen (sogenanntes gebranntes Elfenbein) werden mit 10 bis 12 Pfund Syrup in einen Kessel gegeben und so lange gut umgerührt bis man eine gleichförmige Masse erhalten hat, d.h. bis sich der Syrup mit der Kohle vollkommen vereinigt hat und sich keine zusammengeballten Kohlenpartikelchen mehr zeigen. Dann werden 15 Loth Gutta-percha, vorher etwas zerschnitten, entweder in einen eisernen oder kupfernen Kessel gegeben und über Kohlenfeuer so lange gelinde erwärmt, bis die Gutta-percha ziemlich zerflossen ist, worauf dann allmählich und unter stetem Umrühren 25 Loth Baumöl zugesetzt werden, und nachdem die Gutta-percha vollständig aufgelöst ist, zuletzt noch 5 Loth Stearin hinzugefügt. Diese Auflösung wird hierauf noch warm und zwar unter Umrühren der obigen Mischung von Kohle und Syrup zugegeben, und nachdem auch hier eine gleichförmige Mischung stattgefunden hat, werden 21 Loth Senegalgummi in 2 Pfund Wasser gelöst, und ebenfalls der Masse unter Umrühren zugesetzt. Endlich, um der Masse einen angenehmen Geruch zu ertheilen, wird entweder 1 Loth Rosmarinöl oder Lavendelöl zugesetzt.

Die Masse kann entweder zum Verkauf in Schachteln oder Büchsen gegossen oder selbst im flüssigen Zustande in Handel gebracht werden, in welchem Falle 1 Theil der fertigen Wichse mit 2 bis 3 Theilen Wasser vermischt wird.

Beim Gebrauche wird die Wichse mit 3 bis 4 Theilen Wasser verdünnt, mit einer Bürste aufgetragen und wie gewöhnlich verfahren.

Vorzüge dieser Wichse. Sie gibt schnell und dabei einen schönen Glanz, unterscheidet sich von den meisten übrigen bisherigen Wichsen dadurch, daß sie keine Säure enthält und daher dem Leder in keiner Weise nachtheilig werden kann. Sie macht das Leder weich und erhält es geschmeidig, wird nicht so leicht brüchig – eine Eigenschaft, die fast allen anderen Vorschriften völlig abgeht; endlich dürfte diese Wichse noch deßhalb allen übrigen vorzuziehen seyn, weil sie den Fuß zugleich vor Feuchtigkeit schützt und bei diesen wesentlichen Vorzügen verbindet sie zugleich den Grad der Wohlfeilheit. (Vierteljahresschrift für technische Chemie.)

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