Titel: Ueber die Gegenwart des Arseniks in einigen künstlichen Düngerarten und seine Resorption durch die damit gezogenen Pflanzen; von E. W. Davy.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 14 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi04_14

Ueber die Gegenwart des Arseniks in einigen künstlichen Düngerarten und seine Resorption durch die damit gezogenen Pflanzen; von E. W. Davy.

Den sauren phosphorsauren Kalk, der in neuerer Zeit vielfach als Düngemittel verwendet wird, stellt man bekanntlich stets mit Hülfe roher Schwefelsäure dar. Diese enthält meist große Mengen Arsenik, der natürlich in jenen künstlichen Dünger mit übergeht. Davy hat sich nun die Frage gestellt, ob er auch von diesem den Pflanzen mitgetheilt wird, welche auf damit versetztem Boden wachsen. Deßhalb pflanzte er drei kleine Erbsenpflänzchen im Juni 1857 in einen Blumentopf und begoß sie alle |320| zwei bis drei Tage mit einer concentrirten Lösung von arseniger Säure, was ohne üblen Effect länger als eine Woche geschah. Einige Monate später waren die Pflanzen vollkommen entwickelt, trotz der Gegenwart des Giftes in dem Boden. Bei der Untersuchung fand sich. daß die Stengel und Blätter derselben merkliche Mengen Arsenik enthielten, und daß es auch in dem Samen enthalten war. Als Davy nun im April 1858 eine kleine Kohlpflanze in eine Mischung von 1 Theil des Superphosphats mit 4 Theilen Gartenerde pflanzte, und die Pflanze nach drei Wochen untersuchte, fand er ebenfalls merkliche Mengen Arsenik darin. Das Arsenik des Düngers geht also wirklich in die Pflanzen über.

In schwedischen Rüben, die mit dem Superphosphat gezogen waren, fand Davy ebenfalls Arsenik. Er hält es daher für gefährlich. dieses arsenikhaltige Superphosphat als Düngemittel anzuwenden, um so mehr als man die Beobachtung gemacht haben will, daß Schafe die damit gezogenen Rüben nicht in der Menge fressen wollten, als nöthig ist, um sie genügend fett zu machen. Diese letztere Beobachtung steht indeß bis jetzt vereinzelt da, und es bleibt immer noch, wenn die Thatsache des Uebergangs von Arsenik in die Pflanzen staatswirthschaftliches Interesse erlangen soll, der Nachweis erforderlich, daß einmal das Arsenik in den Pflanzen in einer Verbindung enthalten ist, die den Thieren gefährlich wird und dann, daß die Menge dieser Verbindung in denselben hinreicht, um auf diese schädlich einzuwirken. Jedenfalls haben die Beobachtungen Wichtigkeit für die gerichtliche Medicin. Es folgt aus ihnen, daß der Befund einer Spur Arsenik in den Eingeweiden nicht auf eine geschehene Vergiftung mit Sicherheit zu schließen erlaubt. (Aus Philosophical Magazine, durch die Zeitschrift für die gesammt. Naturwissenschaften, Bd. XIV S. 52.)

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