Titel: Künstliches Holz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 15 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi04_15

Künstliches Holz.

Vieler Orten beklagt man sich, was man mit den Sägespänen anfangen soll. In holzreichen Gegenden liegen ganze Berge davon aufgehäuft, verfaulen zum Theil, beengen aber auch oft den Platz. Solchen Gegenden dürfte vielleicht die Mittheilung einer Methode von Nutzen seyn, das Sagemehl in Scheiben künstlichen Holzes zu verwandeln. Mit Hülfe einer einfachen Siebeinrichtung trennt man nämlich die groben Späne von den feineren. Erstere werden zu stärkeren Scheiben bestimmt, man nimmt nun Harzpulver 1/8 Theil des Gewichts der zu verwendenden Sägespäne und vermischt dasselbe innig mit letzteren. Auf eine untere gußeiserne Platte legt man dann einen Bogen Papier oder ein Stück Zeug; darüber einen Rahmen so dick als das künstliche Bret werden soll und füllt den inneren Raum des Rahmens mit der Harz- und Sägemehl-Mengung an. Man hebt nun den Rahmen wieder ab, legt einen zweiten Bogen Papier oder ein Stück Zeug oben auf und darauf wieder eine heiße Eisenplatte und fährt so fort, bis ein ziemlicher Stoß von Holzharzplatten aufgepackt ist, der dann dem Druck einer kräftigen Presse entsprechend lange Zeit ausgesetzt wird. Es ist leicht einzusehen, daß durch Zumischung von Farbe oder durch Zusammengeben von Holzharzmasse verschiedener Farbe zu einer Platte, durch Verwendung von Sagemehl von verschiedenfarbigen Hölzern, durch Schleifen und Poliren, ja sogar durch Benutzung vertiefter Musterplatten, bunte, marmorirte, gemaserte und Holzschnittwerk ähnliche Platten hervorgebracht werden können. Es handelt sich nur um gute praktische Handgriffe, die innige Holz- und Harzmengung vollkommen zu bewerkstelligen. (Deutsche Gewerbezeitung.)

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