Titel: Versuch, eiserne Maschinenbestandtheile durch angegossenes Zink gegen die Einwirkung corrosiver Grubenwässer zu schützen, von J. E. Lenger, k. k. Bergingenieur zu Kremnitz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 4 (S. 315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi04_4

Versuch, eiserne Maschinenbestandtheile durch angegossenes Zink gegen die Einwirkung corrosiver Grubenwässer zu schützen, von J. E. Lenger, k. k. Bergingenieur zu Kremnitz.

In allen Kremnitzer Grubenwerken bilden sich corrosive Wässer durch Zersetzung der Schwefelkiese, welche sehr häufig auf den Erzlagerstätten vorkommen. Die zum Wasserheben bei dem k. k. Michaelschacht eingerichtete Stangenkunst leidet von der Einwirkung dieser Grubenwässer so bedeutend, daß gußeiserne Kolbenröhren nach zweiwöchentlichem Gebrauche untauglich werden. Der Michaelschacht wurde deßhalb zu den Versuchen ausgewählt.

In eine eiserne. 26 Zoll lange, und 18 Pfund schwere Kolbenstange wurden vier halbzöllige Vertiefungen gemacht und mit Zink ausgegossen. Die Schraubenmutter der Stange wurde an den vier Ecken durchlocht, und die Löcher durch Eingießen mit Zink ausgefüllt; dann wurden zwei 10 Zoll lange und 3/4 Zoll dicke Schrauben an den Köpfen angebohrt, ihre Muttern in den Ecken durchlocht, mit Zink ausgefüllt, sowie eine Schraube sammt Mutter ganz mit Zink überzogen.

Nach vierwöchentlichem Gange wurden die bezeichneten Bestandtheile herausgenommen und untersucht. Das eingegossene Zink war an den kleineren Bestandtheilen, an den Schrauben und Schraubenmuttern ganz verzehrt, nur in den Vertiefungen der Stange war noch eine dünne Lage dieses Metalls zurückgeblieben Die Eisenbestandtheile wurden aber ganz so angegriffen gefunden, wie dieß bisher ohne Zink der Fall war. Nach diesen Ergebnissen eignet sich das metallische Zink keineswegs zum Schutze der eisernen Maschinentheile gegen corrossive Grubenwässer. (Erfahrungen im berg- und hüttenmännischen Masch.-, Bau- und Aufberreitungswesen, von Rittinger, 1858 S. 1.)

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