Titel: Kolbenstulpen aus Holz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 3 (S. 394–395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi05_3

Kolbenstulpen aus Holz.

In Betracht des bedeutenden Verbrauches von ledernen Kolbenstulpen bei der Dampfkunst auf der Steinkohlengrube Friedrich (Nikolaier Revier) wurde der Versuch gemacht, das Leder an den Kolben durch Holz zu ersetzen. Die erzielten Resultate sind so günstig ausgefallen, daß bereits auch auf Antonsglück- und Marianne-Grube statt des Leders Holz zu den Kolbenstulpen mit gleichem Erfolge angewandt wird. Auf Friedrich Grube hielt eine Lederstulpe etwa 2 Wochen, während nun die hölzerne 4, auch 5 Wochen zu brauchen ist.

Außer der längeren Haltbarkeit der Holzstulpen ist aber bei deren Anwendung auch die Geldersparniß von Belang. Für Anfertigung einer hölzernen Stulpe, incl. Material, von 9–18 Zoll Durchmesser werden 9–12 Sgr. bezahlt, während eine gleich große lederne Stulpe 1 1/3 Thlr. bis 1 2/3 Thlr. kostet.

|395|

Zu den hölzernen Stulpen wird trockenes Eschenholz angewandt. Die Stücke, aus denen die Stulpe zusammengesetzt, werden nach Richtung der Faser, gleich den Dauben eines Fasses, geschnitten. Die Breite der einzelnen Dauben ist: bei kleinen Kolben 1 3/4 bis 2 Zoll, bei größeren 2 bis 2 1/2 Zoll; die Länge beträgt 3/4 bis 1 Zoll weniger als die Kolbenhöhe, die Dicke der Dauben ist oben circa 3/8 Zoll, wie diejenige der Lederstulpen, und verjüngt sich nach unten zu. Zum Zusammenhalten der einzelnen Dauben um den Kolbenkörper dient ein schmiedeeiserner Ring, wie bei der Befestigung der Lederstulpen. Es ist hierbei zu beachten, daß die einzelnen Stücke mit ihren Seitenflächen recht genau aneinander schließen; im übrigen kommt es auf eine ängstliche Bearbeitung des Ganzen nicht an, indem sich seine Außenflächen durch den Gang selbst bald der Wandung der Kolbenrohre anpassend abschleifen. (Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- und Hüttenwesen, 1860, Nr. 8.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: