Titel: Erzeugung von Leuchtgas mittelst Steinkohlentheer und überhitztem Wasserdampf.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 155/Miszelle 4 (S. 462–463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj155/mi155mi06_4

Erzeugung von Leuchtgas mittelst Steinkohlentheer und überhitztem Wasserdampf.

Ohne im geringsten das Verfahren selbst zu beschreiben, theilt Hr. Moigno in seinem Cosmos vom 9. März 1860 über diese Erfindung Folgendes mit:

„Die HHrn. Isoard in Paris erzeugen mittelst Steinkohlentheer und überhitztem Wasserdampf zu außerordentlich niedrigem Preise und mit beliebiger Schnelligkeit Massen von sehr gutem Leuchtgas. Man zweifelte, daß das durch den überhitzten Wasserdampf erzeugte Gas viel ölbildendes Gas enthält, oder vermuthete wenigstens daß dasselbe nur vorübergehend gekohlt sey, so daß nach dem passiren |463| sehr langer Leitungen seine Leuchtkraft bedeutend vermindert seyn würde; überdieß befürchtete man, daß das neue Gas zu viel Kohlenoxyd enthalten wird. Wir veranlaßten daher Hrn. Emil Monier genaue Analysen des Isoard'schen Gases anzustellen; als Mittel mehrerer Analysen fand derselbe folgende Zahlen:

freier Sauerstoff1,8
Kohlensäure5,8
Kohlenoxyd3,0
ölbildendes Gas17,8
leichter Kohlenwasserstoff71,9
–––––
100,3

Im Vergleich mit dem gewöhnlichen Leuchtgas enthält also dieses Gas fast um die Hälfte weniger Kohlenoxyd und die doppelte Menge ölbildendes Gas, daher sein eigentlicher Werth fast zweimal so groß ist. Ueberdieß beweisen diese Zahlen, daß dasselbe ein Gemisch von großer Beständigkeit ist, welches auf seinem Wege durch lange Leitungen sich nicht theilweise condensiren kann; in Flaschen aufbewahrtes Isoard'sches erwies sich auch wirklich nach fünf Monaten ganz unverändert und hatte gar nichts abgesetzt.

Uebrigens dürfte in kurzer Zeit ein Generator in Betrieb gesetzt seyn, welcher im Stande ist in vier Stunden das zur Beleuchtung einer Stadt von 30,000 Seelen oder zur Speisung von 3000 Brennern erforderliche Gas zu liefern.“

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