Titel: Die Herstellung künstlicher Perlen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 10 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi01_10

Die Herstellung künstlicher Perlen.

In der Versammlung der Mitglieder des Vereins für Gewerbfleiß in Preußen, im Monate April (zu Berlin), legte Hr. Geißler künstliche Perlen vor, wie sie unter dem Namen Wachs-, Fisch-, unächt-orientalische oder Bourgignon-Perlen in den Handel kommen, und deren Herstellung ihm derart gelungen ist, daß seine Fabricate mit den französischen concurriren können. Die Hauptbestandtheile derselben sind: leere Glasperlen, Glanz von den Schuppen des Cyprinus albuonus; Fischleim oder Hausenblase und Wachs. Zuerst wird von den Schuppen des Fisches das sogenannte Silber gewonnen, gereinigt, mit der aufgelösten Hausenblase vermischt und vermittelst besonderer Einbläser in die leeren Perlen, welche über der Lampe geblasen sind, gebracht, wobei dieselben stets in rollender Bewegung gehalten werden müssen, damit sich die Farbe in den Perlen an allen Seiten gleichmäßig ansetzen und nach nach erstarren kann. Ist dieß geschehen, so bedürfen die Perlen immer noch einige Tage Zeit, damit die Farbe inwendig gehörig trocken und fest wird. Will man den Perlen einen schöneren undurchsichtigen Glanz geben, so füllt man sie mit Wachs aus, wodurch sie auch eine größere Haltbarkeit erlangen. Da jede Perle 5 bis 6mal durch die Hände gehen muß, so scheint die Fabrication eine sehr mühsame zu seyn, aber durch gute Einrichtungen ist es möglich, daß dieselben zu sehr geringem Preise geliefert werden können. Die ganze Arbeit kann durch Kinder- und Frauenhand verrichtet werden. Der Bedarf ist übrigens ein bedeutender; das Fabricat kann in Berlin billiger als in Paris hergestellt werden, und der Vortragende erklärte sich bereit, mit einem Capitalisten in Verbindung zu treten, um diesen lohnenden Industriezweig auszubeuten. (Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1860, zweite Lieferung, S. 66.)

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