Titel: Ueber die Löslichkeit des Platins in Königswasser; von Dr. H. Dullo in Königsberg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 4 (S. 152)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi02_4

Ueber die Löslichkeit des Platins in Königswasser; von Dr. H. Dullo in Königsberg.

Wenn man größere Mengen von Platin in Lösung bringen muß, so ist die lange Dauer des Kochens mit Königswasser unangenehm, und man hat bei vielen Sorten von Platin, mag es aus Amerika oder Rußland stammen, einen nicht unerheblichen Verlust, indem ein schwarzgraues Pulver zurückbleibt, das der Einwirkung des Königswassers widersteht und als unlöslich beseitigt wird. Die Menge dieses Rückstandes hat der Verf. zwischen 1–6 Proc. des angewendeten Platins variirend gefunden. Zum Theil besteht dieser Rückstand aus Chlorkaliumchlorplatin, zum Theil aus Kieselsäure, welche beiden letzten Körper daher stammen, daß bei längerem Kochen mit Königswasser das Glas stets mehr oder weniger angegriffen wird, zum größten Theil aber aus Iridium- und Osmiumverbindungen, denn wenn man den gut ausgewaschenen Rückstand glüht und mit Wasser kocht, löst sich Chlorkalium auf-, und wenn man darauf mit Kali schmilzt und mit Wasser auszieht, erhält man osmiumsaures und kieselsaures Kali in Lösung und der Rückstand löst sich darauf in Königswasser, wenn man ihn damit unter stärkerem Druck als dem der einfachen Atmosphäre kocht.

Man erhält aber gar keinen Rückstand und man kann selbst bedeutendere Mengen von Platin in verhältnißmäßig kurzer Zeit zur Lösung bringen, wenn man den Druck, unter dem die Säure kocht, vergrößert, was dadurch am besten zu bewerkstelligen ist, daß man den betreffenden Kolben mit einer Kautschukkappe verschließt und durch diese ein gebogenes Glasrohr führt, das mit seinem längeren Schenkel unter Wasser taucht. Der Verf. hat eine drei Fuß hohe Wassersäule angewendet und gefunden, daß die Dämpfe der Säure diesen Druck noch überwunden haben, und daß das Platin nicht nur in sehr kurzer Zeit gelöst wurde, sondern auch die sonst immer erhaltenen Rückstände sich nicht zeigten, obgleich dieses Platin dasselbe war, das er schon häufig angewendet hatte, nämlich theils alte russische Platinrubel, theils alte Platingebisse aus amerikanischem Platin. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXVIII S. 369.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: