Titel: Neues Verfahren zur Darstellung des Calciums, nach Caron.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 5 (S. 152–153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi02_5

Neues Verfahren zur Darstellung des Calciums, nach Caron.

Man bereitet ein Gemenge von 300 Th. geschmolzenem und gepulvertem Chlorcalcium, 400 Th. destillirtem Zink und 100 Th. Natrium in Stücken, und schmilzt es in einem rothglühenden Tiegel zusammen. Der gewöhnliche Windofen mit Dom reicht aus. Die Reaction der in diesem Gemenge enthaltenen Bestandtheile auf einander ist schwach und nach kurzer Zeit sieht man Zinkflammen aus dem Tiegel hervorbrechen. Man muß nun das Feuer so weit mäßigen, daß das Zink nicht zu schnell verflüchtigt wird, dasselbe soll längere Zeit auf das Chlorcalcium einwirken, übrigens muß die Temperatur so hoch als möglich erhalten werden. Diese Regulirung des Feuers ist der schwierigste Theil der Operation. Nach einer viertelstündigen Einwirkung nimmt man |153| den Tiegel aus dem Feuer und findet dann auf dem Boden desselben einen Regulus, der meist 10–15 Proc. Calcium enthält. Dieser darf, wenn man das Calcium daraus darstellen will, kein Natrium mehr enthalten. Den Regulus bringt man in großen Stücken in einen aus Gaskohle verfertigten Tiegel und treibt nun das Zink bei hoher Temperatur aus.

Der Verf. hat auf diesem Wege Calcium in Massen von 40 Grm. auf einmal dargestellt. Solches Calcium ist auf dem frischen Striche messinggelb und hat 1,6 bis 1,8 spec. Gew. Es enthält stets geringe Beimengungen, nämlich diejenigen Metalle, welche das zur Reduction benutzte Zink enthielt, und aus dem Tiegel aufgenommene Substanzen. Das Calcium verbrennt vor dem Löthrohre schwer, weil es sich sogleich mit einer Kalkkruste überzieht, und raucht dabei nicht. Mit käuflichem Zink bereitetes Calcium bestand aus:

Calcium 78
Blei 9
Zink 11
Eisen 2
–––
100

(Comptes rendus, t. L p. 547; chemisches Centralblatt, 1860, Nr. 29.)

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