Titel: Verfahren zum Entfuseln des Branntweins, von Vandevelde in Gent.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 13 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi03_13

Verfahren zum Entfuseln des Branntweins, von Vandevelde in Gent.

Dieses Verfahren gründet sich auf die Beobachtung, daß das Fuselöl in einem Spiritus von 50° Cels. (40° Reaumur) und selbst von 40° C. (32° R.) vollständig aufgelöst bleibt. Auf 25° C. (200 R.) abgekühlt, trübt sich die Flüssigkeit und hält nur noch wenig Fuselöl aufgelöst zurück; kühlt man sie aber bis auf 15° C. (200 R.) ab, so hält sie gar kein Fuselöl mehr aufgelöst und schwimmt dann sogar auf demselben.

Man verfährt daher folgendermaßen: man sammelt den sämmtlichen durch Destillation der gegohrenen Maische erhaltenen fuselölhaltigen Branntwein, kühlt ihn auf 15° C. (12° R.) ab, rührt ihn dabei gut um, und seiht ihn dann durch ein Filter. Die Flüssigkeit wird ihren früheren ekelhaften Geruch vollständig verloren haben, einen angenehmen Geschmack besitzen und sehr klar seyn; sie kann nun rectificirt werden.

Der auf diese Weise behandelte Branntwein wird in sehr kurzer Zeit klar, und besitzt die Eigenschaft beliebig verdünnt werden zu können, ohne daß er sich trübt. Dieß ist das Anzeichen daß er kein Fuselöl enthält.

Als Filtrirapparat braucht man nur zwei Kufen über einander zu stellen, von denen die obere einen durchlöcherten Boden hat; diesen bedeckt man mit einer großen Scheibe von Flanell, auf welcher eine mehr oder weniger dicke Schicht gewaschenen Sandes angebracht wird; auf diese Schicht kommt noch eine solche von Flachs oder Hanf, welche die ersten Unreinigkeiten zurückhält, so daß man den Sand weniger oft zu erneuern braucht. (Armengaud's Génie industriel, Juli 1860, S. 48.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: