Titel: Toussaint's Verfahren zum Waschen der Erze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 3 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi03_3

Toussaint's Verfahren zum Waschen der Erze.

Hierzu hat nach den Mittheilungen des Mon. des Inter. Mat., Hr. Toussaint ein Verfahren erfunden, das auf folgende Principien gegründet ist. Wenn man zwei Körper von derselben Größe in Wasser wirft, so wird der schwerere rascher hinabsinken. Wenn man dagegen zwei Stücken derselben Substanz nimmt, von denen das eine größer ist als das andere, so wird das größere Stück zuerst unten anlangen. Es leuchtet hiernach ein, daß, wenn man ein Gemenge von verschieden schweren und verschieden großen Körpern in Wasser wirft, eine Trennung stattfinden muß, wenn nur die Wasserschicht tief genug ist. Die schwersten und die gröbsten Theile werden am Boden liegen, während die leichteren und feineren Theile die oberen Lagen bilden. Dieß ist der Ausgangspunkt; Hr. Toussaint hat nun von diesen bekannten Säßen folgende Anwendung gemacht. Nachdem er, falls es nöthig, die Erze wie gewöhnlich gepocht hat, beginnt er sein Verfahren durch ein sorgfältiges Sieben, um das Haufwerk nach der Korngröße zu sortiren. Er füllt alsdann ein gußeisernes Rohr von 20 bis 30 Meter senkrechter Höhe und 1,5 Meter Durchmesser mit Wasser an. Der untere Theil dieses Rohres läuft conisch zu und endet in ein engeres Rohr, welches die schwereren Theile aufzunehmen bestimmt ist. Dieß sind die gewaschenen Erze. Durch Einstoßen eines Schiebers im passenden Momente sperrt man den oberen Theil des Rohres ab und zieht die gewaschenen Erze unten heraus; durch Wegziehen des Schiebers gelangt alsdann die beigemischte Gangart in den untersten Theil des Rohres um dort ausgezogen zu werden. – Man ersetzt die kleine Menge des mit den Erzen und durch den Schieber fortgegangenen Wassers und beginnt eine neue Operation.

Der Erfinder behauptet, daß er mit einem solchen Apparate, einem Paternosterwerke, um die Erze zur erforderlichen Höhe zu heben, und einer Dampfmaschine zum Betriebe, täglich 100 Tonnen Erze mit einem Kostenaufwande von nur 53 Fr. verwaschen kann, wobei Handarbeit, bewegende Kraft, Verzinsung und Abnutzung des Apparats schon mitgerechnet sind. Liefert das rohe Erz 5 Proc. gewaschenes, so kostet die Tonne gewaschenes Erz 10,60 Fr., bei einem Gehalte von 10 Proc. 5,50 Fr., bei 15 Proc. 3,55 Fr., bei 20 Proc. endlich 2,65 Fr. Diese Kosten sind gering, und außerdem verbraucht der Apparat sehr wenig Wasser, was oft sehr wichtig seyn kann. (Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- und Hüttenwesen, 1860, Nr. 30.)

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