Titel: Gußstahl des Hrn. Baron van Herr-Zehl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 4 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi03_4

Gußstahl des Hrn. Baron van Herr-Zehl.

In der am 18. April d. J. abgehaltenen Sitzung des oberschlesischen berg- und hüttenmännischen Vereins legte Hr. Paul eine Probe von Gußstahl vor, welcher nach einem neuen Verfahren aus oberschlesischem Holzkohlen-Roheisen in Zawadzki-Werk dargestellt worden ist. Erfinder dieser Methode ist Hr. Baron van Herr-Zehl, und ist diese Methode neuerdings patentirt worden. Dieselbe ist höchst einfach. Holzkohlenroheisen wird in einem Flammofen umgeschmolzen und das flüssige Eisen in dünne Stäbe als Hartguß gegossen. Diese Stäbe werden sodann in feuerfesten Muffeln, die den |236| gewöhnlichen Zinkmuffeln sehr ähnlich sind, aufgeschichtet und einer hohen Temperatur ausgesetzt, während gleichzeitig durch die Muffel Wasserdämpfe durchgeleitet werden. Das so eine bestimmte Zeit hindurch behandelte Eisen wird hierauf in Tiegeln umgegossen und bildet den Gußstahl, von dem die vorgelegte Probe war. Aus solchem Gußstahl dargestellte Meißel, welche beim Abdrehen von Hartwalzen benutzt wurden, haben ausgezeichnet gestanden. Die vorgelegte Probe war von ausgezeichneter Qualität. Versuche mit Kohksroheisen sind dem Erfinder noch nicht gelungen. Der Verein sprach den Wunsch aus, daß dem Erfinder auch die Darstellung in größerem Maaßstabe gelingen möge und Oberschlesien somit einen neuen Industriezweig erhalte. (Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- und Hüttenwesen, 1860, Nr. 26.)

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