Titel: Verwendung unvollkommen ausgebildeter Seidenraupen zu Angelschnüren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 12 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi04_12

Verwendung unvollkommen ausgebildeter Seidenraupen zu Angelschnüren.

Schon seit längerer Zeit ist ein Verfahren in Anwendung, um aus den Spinngefäßen der Seidenraupen eine ganz vortreffliche Sorte von Angelschnüren darzustellen. Die außerordentliche Festigkeit dieser Fäden, sowie die vollständige Durchscheinenheit derselben, welche sie im Wasser kaum erkennen läßt, machen sie zum besten Mittel, um die Verbindung des Angelhakens mit der Leine zu bewerkstelligen. Ist der Haken selbst durch den Köder gut bedeckt, so wird es für den Fisch fast unmöglich, den Angelapparat zu erkennen. Man erhält diese Fäden, indem man abgestorbene oder schlecht ausgebildete Seidenraupen, natürlich kurz vor dem Einspinnen, einige Stunden in starkem Essig weichen läßt, und alsdann mit Daum- und Zeigefinger jeder Hand in der Mitte des Körpers faßt und langsam auseinander zieht. Der Inhalt der Spinngefäße bildet so einen Faden, den man über ein Bret ausspannt und trocknen läßt. Eine jede Seidenraupe verwerthet sich so auf etwa 6 Pf., während jetzt die abgestorbenen Raupen auf den Mist wandern und die gedachten Angelschnüre aus Spanien und dem Orient bezogen werden. (Breslauer Gewerbeblatt, 1860, Nr. 15.)

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