Titel: Ueber Nachweis des Phosphors bei Vergiftungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 3 (S. 315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi04_3

Ueber Nachweis des Phosphors bei Vergiftungen.

Gelegentlich häufiger Untersuchungen von Phosphor-Vergiftungen hat Scherer die Beobachtung gemacht (Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. CXII S. 214), daß äußerst geringe Mengen Phosphor sehr einfach durch die Reaction auf Silbersalz wahrgenommen werden können. Der Phosphor verdampft schon bei gewöhnlicher Temperatur auch unter Flüssigkeiten; wenn daher in ein Gefäß über eine Phosphor enthaltende Flüssigkeit ein mit salpetersaurem Silberoxyd getränkter Papierstreifen gehängt wird, so schwärzt sich dieser, namentlich wenn ein wenig erwärmt wird. Ist die Schwärzung so reichlich, daß sich mehrere Papierstreifen so erhalten lassen, dann gelingt es auch durch die Behandlung derselben mit Königswasser, den Phosphor als Phosphorsäure nachzuweisen. Um jedoch einen Irrthum zu vermeiden, ist es nöthig, in eine Flüssigkeit, die organische Substanzen enthält und deßhalb vor dem Versuche mit reiner Schwefelsäure versetzt ist, zuerst einen mit alkalischer Nitroprussidnatriumlösung getränkten Papierstreifen einzuhängen, der durch seine Violettfärbung die etwaige Anwesenheit des Schwefelwasserstoffs anzeigt.

Dieses Verfahren gibt selbst da noch positive Resultate, wo das Mitscherlich's keinen Phosphor mehr anzeigt. Es hat der Verf. überhaupt zweckmäßig gefunden, die sonst unübertreffliche Methode Mitscherlich's (polytechn. Journal Bd. CXXXIX S. 286 dahin zu modificiren, daß die Destillation in einer Atmosphäre von Kohlensäure geschieht, weil dadurch weniger Phosphor in phosphorige Säure übergeht und man bei Anwesenheit äußerst geringer Mengen immer noch kleine Phosphorkügelchen erhält.

Wenn durch längere Berührung mit der Luft der Phosphor schon in phosphorige Säure übergegangen ist, so läßt sich auch diese nachweisen und bestimmen, wenn man die betreffende Flüssigkeit mit Schwefelsäure und Zink destillirt und das entweichende Gas in Silberlösung geleitet wird. Hier entsteht durch den mitgeführten Phosphorwasserstoff schwarze Fällung, die, wie oben angegeben, oxydirt werden kann. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXIX S. 255.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: