Titel: Behandlung einer durch Phosphor entstandenen Brandwunde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 4 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi04_4
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Behandlung einer durch Phosphor entstandenen Brandwunde.

Bei einer Explosion, welche im chemischen Laboratorium zu Stuttgart durch ein Phosphorpräparat veranlaßt wurde, flog ein Stück brennenden Phosphors einem der Arbeitenden auf die weichen Theile der Hand. Die dadurch veranlaßten furchtbaren Schmerzen hörten fast gänzlich auf, als die Hand in starkes Bleiwasser (Goulard'sches Wasser) getaucht wurde, kehrten aber sogleich wieder, als man dieselbe herauszog, und zwar noch nach achtstündigem Verweilen darin – offenbar in Folge der bei Luftzutritt erfolgenden Oxydation des Phosphors. Man tauchte daher nun die Hand in eine verdünnte Lösung von Javellischer Lauge (unterchlorigsaurem Natron), um deren rasch oxydirende Kraft zu benutzen, welcher man etwas Magnesia hinzugefügt hatte. Schmerz, Dampfentwickelung und Phosphoreszenz verschwanden dadurch binnen 5 Minuten.

Statt der Javellischen Lauge würde man sich in ähnlichen Fällen wohl ohne Zweifel mit demselben günstigen Erfolge des überall leicht zu habenden Chlorkalks, in Wasser gelöst, bedienen können. (Württembergisches medicinisches Correspondenzblatt.)

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