Titel: Stärkebereitung aus Mais.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 7 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi04_7

Stärkebereitung aus Mais.

In England hat seit dem Auftreten der Kartoffelkrankheit die Einfuhr von Mais, besonders aus den Häfen des schwarzen und mittelländischen Meeres, sehr bedeutend bis auf 1,800,000 Quarters (à 5 1/3 Scheffel) zugenommen. Außer der Verwendung desselben direct als Mehl zum Brodbacken, wobei man dasselbe indessen mit Weizenmehl versetzen muß, wird jetzt, so besonders in dem großen Etablissement von Brown und Polson zu Paisley, eine sehr bedeutende Quantität Stärke daraus gewonnen. Da der Mais nur wenig eigentliche Hülsenbestandtheile enthält, weicht seine Bearbeitung etwas von der des Weizens ab. Man weicht die Körner nach einem vorhergehenden gründlichen Abwaschen des anhaftenden Schmutzes längere Zeit in Wasser ein, mahlt ihn alsdann in völlig aufgequelltem Zustande unter horizontalen Mühlsteinen zu einem feinen Brei und läßt diesen, natürlich noch mit Wasser verdünnt, durch flache, schwach geneigte Rinnen strömen, in denen sich die Stärke absetzt, während die leichteren Kleber- und Faserstofftheile in große Absatzbottiche fortgeführt werden. Nachdem das Wasser sich hier geklärt hat, wird es abgelassen, der Absatz herausgenommen und getrocknet, worauf er als Futter zu ziemlich hohen Preisen verkauft wird. Die abgesetzte Stärke wird durch wiederholtes Aufschlämmen mit reinem Wasser gereinigt, durch Centrifugalmaschinen vom überschüssigen Wasser befreit, alsdann an der Luft und in Trockenstuben getrocknet und in Packete verpackt unter dem Namen Brown and Polson 's Patent Corn flour in den Handel gebracht, wo sie als Kraftmehl zu Suppen etc. Anwendung findet. Dr. H. Schwarz. (Breslauer Gewerbeblatt, 1860, Nr. 15.)

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