Titel: Erdölquellen in Nordamerika.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 10 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi05_10

Erdölquellen in Nordamerika.

Die Auffindung derselben in West-Pennsylvanien, die bedeutende Menge (18, 25–90 Barrels à 127 preuß. Quart per Tag), welche daraus an Oel gewonnen, hat die Speculation darin auf eine schwindelhafte Höhe getrieben. Sollten sich diese Angaben bestätigen, und wirklich, was wir bezweifeln, die Ergiebigkeit andauern, so ist eine bedeutende Concurrenz in diesem Producte, sowohl in England, als auch in Deutschland zu fürchten. Schon seit dem Jahre 1855 hat sich in Nordamerika die Darstellung der Kohlenöle, besonders aus der Cannelkohle der westlichen Staaten, entwickelt. Der Preis des Photogens fiel allmählich von 1 Doll. 50 Cent. bis auf 55 Cent. per Gallon, und wurde dem Referenten mitgetheilt, daß man halbgereinigtes Solaröl noch viel billiger erhalten könnte. Bedenkt man, daß außer diesen Erdölquellen noch das Erdöl von Rangoon, das von Galizien und der Moldau, endlich von Baku am kaspischen Meere, das aus dem Schiefer von Neuschottland und dem Peche von Trinidad, endlich das aus der Bogheadkohle erhaltene Destillationsproduct einander Concurrenz machen, so begreift man, daß die Darstellung dieser Producte aus armen Torf- und Braunkohlensorten bald ganz unmöglich seyn wird. Nur die Photogenfabriken, welche die reichen Braunkohlensorten der Provinz Sachsen verarbeiten, sind einigermaßen durch den großen Paraffingehalt ihres Theeres begünstigt, der indessen bei dem russischen Nephthgil, dem galizischen Ozokerit noch bedeutender ist. Zum Glück für dieselben scheint es nicht zu eliugen, das Harzöl zum Brennen ohne Rußentwickelung zu bringen. Ebenso dürfte der Steinkohlengastheer bei der fast ausschließlichen Anwendung von Chamotteretorten bald nur noch als Gemisch von Kohlentheilchen, Kreosot und Naphthalin zu betrachten seyn, wodurch seine Benutzung zu Beleuchtungsölen ebenfalls unmöglich wird. Dr. H. Schwarz. (Breslauer Gewerbeblatt, 1860, Nr. 16.)

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