Titel: Die Anwendung des Benzins beim Zeichnen; vom Rector Oelschläger in Reutlingen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 10 (S. 468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi06_10

Die Anwendung des Benzins beim Zeichnen; vom Rector Oelschläger in Reutlingen.

Das seit einigen Jahren in den Handel gebrachte und zu vielen technischen Zwecken gebrauchte Benzin (Benzol), hat wie andere ätherische Oele und wie die fetten Oele die Eigenschaft, dem Papier einen gewissen Grad von Durchsichtigkeit zu verleihen. Wegen seiner Flüchtigkeit verliert jedoch das Papier bald wieder seine Durchsichtigkeit. Eben diese Eigenschaft macht es möglich, gewöhnliches, undurchsichtiges Papier zum Pausen zu verwenden und somit das Pauspapier zu ersparen. Spannt man nämlich über die Zeichnung ein zweites, gewöhnliches Papier und befeuchtet man über derjenigen Stelle, welche man copiren will, das übergespannte Papier mit Benzin, was mit Hülfe eines Schwämmchens geschehen kann, so kommt alsbald die darunter befindliche Zeichnung eben so deutlich zum Vorschein als bei gewöhnlichem Pauspapier. Auf diese Stelle läßt sich mit Bleistift und Tusch eben so leicht zeichnen, als auf anderes Pauspapier. Nach einigen Stunden verflüchtigt sich das Benzin, ohne einen Flecken oder einen Rand auf der Copie zu hinterlassen und ohne das Original im Mindesten zu beschädigen, und das Papier hat wieder seine frühere Undurchsichtigkeit angenommen. Auch kann der Geruch des Benzins, der eben nicht gerade unangenehm ist, wofern es nicht zu sehr mit Photogen verunreinigt ist, durch Lüften oder Erwärmen des Papiers in wenigen Stunden gänzlich beseitigt werden. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1860, Nr. 37)

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