Titel: Verfahren, bei der Anfertigung von Druckformen für Kattun, Tapeten etc. die Muster auf die Holzplatten zu übertragen; von Bernoville, Larsonnier, Chenet und Blanche in Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 5 (S. 464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi06_5

Verfahren, bei der Anfertigung von Druckformen für Kattun, Tapeten etc. die Muster auf die Holzplatten zu übertragen; von Bernoville, Larsonnier, Chenet und Blanche in Paris.

Das Verfahren, welches die Genannten sich in Frankreich patentiren ließen, bietet nach denselben den Vortheil der raschen Ausführbarkeit, der Genauigkeit, und der Möglichkeit, die Dimensionen ändern zu können, dar. Man beginnt damit, von der Zeichnung oder dem Muster durch die gewöhnlichen photographischen Mittel ein negatives Bild herzustellen, wobei man entweder auf nassem Wege (Collodium und Jodsilber auf Glas) oder besser auf trockenem Wege (Jodsilberpapier mit Wachs getränkt) operirt. Das Bild wird in gewöhnlicher Manier mit Gallussäure und unterschwefligsaurem Natron behandelt und kann beliebig oft verwendet werden, um das Muster auf den Holzplatten hervorzubringen, wobei man folgender Art verfährt:

Nachdem die Platte gehörig geebnet ist, überzieht man sie sehr gleichmäßig mit einem Firniß, welcher aus 1 Liter weißem Copalfirniß, 1 Liter Steinkohlenöl und 500 Grm. Zinkweiß bereitet ist. Der Copal hat den Zweck, die Reduction des Silbersalzes durch die löslichen Bestandtheile des Holzes zu verhindern. Das Zinkweiß dient dazu, die Adern des Holzes zu verdecken, so daß man ein eben so reines Bild erhält, wie auf Papier. Wenn der Anstrich trocken ist, gießt man eine Lösung von 250 Grm. trockenem Eiweiß und 8 Grm. Salmiak in 1 Liter Wasser darauf und läßt sodann wieder trocknen. Man kann in dieser Weise mehrere Platten im Voraus präpariren. Um die Platte empfindlich zu machen, taucht man sie mit der präparirten Seite 4 bis 5 Minuten lang in eine wässerige Lösung von salpetersaurem Silberoxyd, welche 10 Proc. dieses Salzes enthält, und läßt sie darauf bei Abschluß des Tageslichts trocknen. Man legt das negative Bild auf die so vorbereitete Platte, bedeckt das Ganze mit einer Glasplatte, um die vollständige Berührung des Bildes mit der Holzfläche zu erzielen, und setzt es sodann dem Sonnenlichte aus. Die Dauer dieser Exposition variirt je nach der Witterung von 10 Minuten bis zu 4 oder 5 Stunden. Man unterbricht sie erst dann, wenn die schwarzen Stellen ein wenig bronzirt erscheinen. Nach genügender Exposition wäscht man die Platte mit einer Auflösung von 1 Th. unterschwefligsaurem Natron in 10 Thln. destillirtem Wasser und zuletzt mit reinem Wasser.

Bei manchen einfachen Mustern kann man statt des Negativbildes das Original selbst anwenden, wenn man dasselbe durch Imprägniren mit Oel durchscheinend macht, auf die empfindlich gemachte Holzplatte legt und weiter in beschriebener Art verfährt. Man erhält in diesem Falle einen negativen Abdruck; der Graveur hat daher nicht, wie im ersteren Falle, die schwarzen Stellen stehen zu lassen, sondern dieselben vielmehr auszuscheiden. (Armengaud's Génie industriel, Juni 1860, S. 303; polytechn. Centralblatt, 1860 S. 1271.)

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