Titel: Smaragd-Gruben von Muzo in Neu-Granada.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 157/Miszelle 6 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj157/mi157mi06_6
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Smaragd-Gruben von Muzo in Neu-Granada.

Die Regierung von Neu-Granada will diese werthvollen, aber wenig bekannten Gruben für eine Reihe von Jahren verpachten. Sie sind die einzigen wahren Smaragdgruben in der Welt, und die dort gewonnenen Edelsteine haben die so geschätzte dunkelgrüne Färbung. Die russischen Smaragde, welche in den Wäschen am Ural gefunden werden, treten allein mit denen von Muzo in Concurrenz, denen sie sowohl in der Intensität der Farbe, als in dem Glanze nachstehen. Unter der Colonialherrschaft von Spanien wurden besagte Gruben stark betrieben, indessen der wahre Fundort so geheim gehalten, daß in Europa Peru fälschlich als solcher bezeichnet wurde, wo in der That niemals Smaragde gefunden worden sind. Nachdem eine ungemein große Menge dieser Edelsteine gewonnen, befahl die spanische Regierung die Gruben zu schließen, indem sie fürchtete, den Preis der Smaragde allzusehr herabzudrücken. Nach Beendigung des Unabhängigkeitskrieges gestattete General Bolivar einem Sennor Paris dieselben wieder zu eröffnen, der sich dadurch ein ungeheures Vermögen erwarb. Nachdem der Contract mit ihm abgelaufen war, pachtete eine Gesellschaft von Kaufleuten aus Bogota die Gruben für 16000 Dollars jährlich, betrieb indessen ihre Operationen in großer Stille und mit vieler Zurückhaltung. Auch dieser Contract läuft in kurzer Zeit ab, und hat die Regierung von Neu-Granada daher beschlossen, die allgemeine Unternehmungslust dafür aufzurufen.

Der Bergwerksbetrieb ist ungemein einfach. Die smaragdführenden Gänge von Kalkspath treten an beiden Seiten einer tiefen Schlucht hervor. Sie werden mit dem Brecheisen losgelöst, und die Bruchstücke durch den in der Tiefe fließenden Waldstrom weggeführt. Sobald sich durch eine gründliche Färbung des Ganges die Anzeigen von Smaragd einstellen, wird mit großer Sorgfalt weiter gearbeitet, bis man endlich die Smaragddruse erreicht.

Die hier erwähnte Maaßregel wird in der Zufuhr und dem Preise der Smaragde vielleicht große Veränderungen hervorbringen. (Mining Journal, 1860 p. 111; Wochenschrift des schlesischen Vereins für Berg- und Hüttenwesen, 1860, Nr. 37.)

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