Titel: Verwendung der Farbholzrückstände als Brennmaterial.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 158/Miszelle 16 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj158/mi158mi02_16

Verwendung der Farbholzrückstände als Brennmaterial.

In großen Farbenfabriken und Färbereien häufen sich bedeutende Quantitäten von fein geraspelten, ausgekochten und ausgelaugten Farbehölzern an, die man zur Verbesserung des Feldbodens, ohne wesentlichen Nutzen zu erlangen, zu verwenden gesucht hat. Diese Holzrückstände eignen sich zwar außerordentlich zur Speisung von Gasgeneratoren und zur Darstellung von Leuchtgas, wo sich solche an der Hand finden; da dieß aber nur selten der Fall ist, so häufen sie sich oft zu ordentlichen Bergen an, verengen den Raum und werden so zur Last, daß man sie für Lohn wegfahren lassen muß. Dieß veranlaßte den Verfasser, Versuche anzustellen, ob diese Hölzer nicht zur Darstellung künstlicher Brennmaterialien auf Art wie die ausgelaugte Lohe in Gerbereien zu benutzen seyn dürften. Ohne alles Bindemittel in Backsteinform mittelst einer einfachen Hebelpresse gepreßt, bekommen dieselben keinen Zusammenhang. Mit Thonbrei in solcher Quantität vermischt, daß sie Festigkeit bekommen, brannten die Steine schlecht und waren unbrauchbar. Mit dünnem Mehlkleister vermengt und angemacht, gaben sie zwar ein besseres Brennmaterial, aber der Aufwand an Mehl war zu groß. Mit dem schwarzen bituminösen, bei der Reinigung des Rüböls durch Schwefelsäure verbleibenden Rückstand stellte sich ein äußerst brauchbares Brennmaterial dar; besser aber noch sielen die mit Steinkohlentheer vermengten Steine aus, ohne gerade viel theurer zu seyn als die letzteren. Die ausgelaugten lufttrockenen Farbespäne wurden, 100 Pfd. mit 10 Pfd. durch einen Zusatz von 2 Pfd. Erdtheer von Edemissen dünnflüssiger gemacht, in einem Holzkasten mittelst der Hacke gut mit einander gemengt, in Formen gefüllt und mittelst eines Hebels stark gepreßt, gaben einen dichten compacten Stein und ein untadelhaftes Brennmaterial zur Kessel- und Stubenheizung, sowie zum Küchengebrauche, und verbrannten mit Zurücklassung sehr weniger Asche. Mehrere solcher Steine im verschlossenen Raume gekohlt, gaben schöne dichte Kohlen, die im Schmiedefeuer eine größere Hitze entwickelten als gewöhnliche Holzkohlen. Beim Pressen wurde die Form mit Wasser benetzt, um das Herausfallen der Steine zu befördern; beim Verkohlen schwanden die Steine nur wenig, und bildeten unter vollkommener Beibehaltung der ursprünglichen Steinformen sehr feste, nur außen etwas poröse Kohlen. (Die neuesten Erfindungen, 1860, Nr. 21.)

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