Titel: Darstellung eines Cocosnußöles von besonderer Festigkeit; von Dr. J. J. Pohl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 158/Miszelle 12 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj158/mi158mi03_12

Darstellung eines Cocosnußöles von besonderer Festigkeit; von Dr. J. J. Pohl.

Da es mir beim Palmöl auf eine sehr einfache Weise gelang selbes zu entfärben, sowie dessen veilchenartigen Geruch zu entfernen (man s. polytechn. Journal Bd. CXXXV S. 140), lag der Gedanke nahe, ähnliches auch beim Cocosnußöl zu versuchen, in der Hoffnung, wenn auch keine weitere Bleichung dieses Oeles, so doch eine Zerstörung des üblen Geruches desselben zu erzielen. Möglichst frisches Cocosnußöl wurde daher in einem Becherglase langsam erhitzt, wobei es zwischen 80 und 165° C. Wasser und Luftblasen abgab, jedoch farblos blieb und einen hohen Grad von Dünnflüssigkeit erreichte. Bei letztgenannter Temperatur begann es einen sehr stechenden ranzigen Rauch zu entwickeln, dessen Geruch mit jenem der Buttersäure große Aehnlichkeit hatte. Nach weiterem Erhitzen bis 240° C. und zwei Minuten langer Einwirkung dieser Temperatur verlor das Fett die Fähigkeit, nach dem vollkommenen Erkalten alsogleich zu erstarren. Erst 24 Stunden später wird ein Theil des Oeles fest, welcher sich leicht vom flüssigen Theile abpressen läßt, und besondere Festigkeit, ja selbst Farblosigkeit besitzt. Ob diese Masse nicht in gewissen Fällen bei der Seifen – und Kerzenerzeugung vortheilhafte Verwendung finden könne, muß dem Urtheile des Praktikers überlassen bleiben. Nach 40stündigem Stehen in der Kälte erstarrte endlich die ganze Masse des zum Versuche benutzten Cocosnußöles. Da nur ungefähr 120 Grm. Fett zur Erhitzung dienten, so steht der Analogie nach mit anderen Fetten zu erwarten, daß bei ähnlicher Behandlung großer Mengen Cocosnußöles der Erstarrungspunkt auf eine noch weit geraumere Zeit hinausgeschoben werden würde. Bemerkenswerth bleibt ferner die Farblosigkeit des erhitzt gewesenen Oeles, sowie endlich die Thatsache, daß der eigenthümliche Geruch dieses Pflanzenfettes nach dem Erhitzen viel stärker als vor demselben hervortrat. (Journal für praktische Chemie, Bd. LXXXI S. 50.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: