Titel: Preisaufgabe des sächsischen Ingenieur-Vereins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 158/Miszelle 11 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj158/mi158mi05_11

Preisaufgabe des sächsischen Ingenieur-Vereins.

Der Verein sächsischer Ingenieure hat in seiner heutigen Versammlung beschlossen, einen Preis von 100 Thlr. für eine den Hausschwamm vollständig behandelnde Arbeit auszuschreiben. Es soll die Arbeit Folgendes enthalten:

  • 1) Ermittelung und Angabe der verschiedenen Entstehungsursachen des sogenannten Hausschwammes unter Aufführung der einzelnen verschiedenen Arten und Varietäten der Pflanze selbst und ihrer Lebensbedingungen;
  • 2) theoretisch entwickelte und durch praktische Ausführungen und Erfahrungen bestätigte Angaben über Abhaltung, sowie nachhaltige Zerstörung und Beseitigung des Hausschwammes in Gebäuden, an Brücken und bei sonst constructiv verwendeten Hölzern;
  • 3) Resultat der aus der vorhergehenden ausführlicheren Aufstellung zu ziehenden Folgerungen mit specieller Angabe der bewährtesten Mittel;
  • 4) Angabe der diesen Gegenstand bereits behandelnden Literatur.

Die Concurrenzarbeiten sind in deutscher Sprache abzufassen, deutlich geschrieben bis zum 31. December 1861 an den Verwaltungsrath des sächsischen Ingenieurvereines in Dresden portofrei einzusenden und mit einem versiegelten Couvert zu begleiten, welches Name und Wohnort des Preisbewerbers enthält und äußerlich mit einer auch auf die Concurrenzarbeit aufgeschriebenen Devise versehen ist.

Das Preisgericht besteht aus den 5 Mitgliedern des Verwaltungsrathes welche sich durch Zuwahl von 3 sachverständigen Vereinsmitgliedern zu 8 Preisrichtern verstärken. Die Concurrenzarbeiten circuliren unter sämmtlichen 8 Preisrichtern. Der ausführlich zu motivirende Beschluß des Preisgerichtes wird in einer Versammlung des Vereines mitgetheilt und dabei die Eröffnung des versiegelten Couverts vorgenommen, welches zu der für preiswürdig befundenen Concurrenzarbeit gehört.

Die für preiswürdig befundene Arbeit wird auf Kosten des Vereines gedruckt werden. Entspricht eine Arbeit nicht allen gestellten Anforderungen, erscheint sie aber doch in mehrfacher Beziehung als werthvoll, so kann ihr ein Theil des Preises zuerkannt werden.

Der Beschluß des Preisgerichtes wird in denjenigen Blättern öffentlich bekannt gemacht, in welchen diese Aufforderung zur Preisbewebung veröffentlicht wurde.

Die nicht für preiswürdig befundenen Arbeiten werden an diejenigen Einsender, welche sich deßhalb im Verlaufe des nächsten Halbjahres nach Veröffentlichung des Preisgerichtsbeschlusses an den Vorsitzenden des Verwaltungsrathes wenden, mit den uneröffneten Couverts zurückgegeben. Die anderen versiegelten Couverts, welche zu nicht preiswürdigen Arbeiten gehören, werden nach Ablauf der oben angegebenen Frist uneröffnet verbrannt.

Dresden, am 2. December 1860.

Der Verwaltungsrath des sächsischen Ingenieur-Vereines.

Dr. Julius Hülße, Director der königlichen polytechnischen Schule, als Vorsitzender.

Otto Volkmar Tauberth, Maschinen-Ingenieur und königlicher Betriebs-Oberinspector der sächsisch-böhmischen Staatsbahn, als Stellvertreter des Vorsitzenden.

Johann Bernhardt Schneider, Professor der Maschinenlehre an der königl. polytechnischen Schule, als Secretär.

Otto Biedermann Günther, Baumeister, als Stellvertreter des Vereinssecretärs.

Ernst Bake, Betriebs-Ingenieur der sächsisch-böhmischen Staatsbahn, als Vereinscassierer.

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