Titel: Arsenik im Schwefelkies der Steinkohlen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1860, Band 158/Miszelle 5 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj158/mi158mi05_5

Arsenik im Schwefelkies der Steinkohlen.

In der Versammlung der Manchester Literary and Philosophical Society am 16. October d. J. berichtete Dr. Angus Smith über seine Untersuchung der in den Steinkohlen vorkommenden Schwefelkiese auf Arsenik. Er bemerkte, das Vorkommen des Arseniks in den Schwefelkiesen welche man in den Steinkohlen findet, sey zwar |397| nicht als eine ganz neue Beobachtung zu betrachten, es sey aber sicher nicht bekannt gewesen, daß die Verbreitung des Arseniks eine so große ist, daß er einen gewöhnlichen Bestandtheil der Steinkohlen bildet, welche wir in unseren Städten verbrennen, denn es glauben jetzt noch berühmte Chemiker, daß er in denselben fehlt. Dr. Smith hat in Lancashire fünfzehn Proben von Steinkohlen untersucht und in dreizehn davon Arsenik gefunden; auch Hr. Dugald Campbell fand neuerlich Arsenik in den in der Steinkohle vorkommenden Schwefelkiesen. Wir müssen daher jetzt annehmen, daß zu der Anzahl der die Atmosphäre unserer Städte verunreinigenden Stoffe auch der Arsenik gehört; allerdings hat man ihn noch nicht aus der Atmosphäre abgeschieden, aber beim Verbrennen des Schwefelkieses verbrennt auch der Arsenik und geht mit dem Schwefel in die Atmosphäre über. Ein Paar Schwefelkiesknollen enthielten Kupfer, ein Metall welches ebenfalls in einigem Grade verflüchtigt wird, wie man dieß beim Löthen des Kupfers leicht beobachten kann. Obgleich nur eine außerordentlich kleine Menge Kupfer aus den Oefen in die Atmosphäre abzieht, so darf man dasselbe doch nicht unbeachtet lassen. Dagegen ist die Menge Arsenik, welche in Folge des Brennens von Steinkohlen in die Atmosphäre gelangt, wahrscheinlich nicht ohne beträchtlichen Einfluß; der Grund, weßhalb die Atmosphäre einiger Städte durch das Brennen von Steinkohlen weniger ungesund wird als diejenige von anderen, dürfte sich herausstellen, wenn man den Betrag des verbrannten Schwefels sowohl als des Arseniks ermittelt. (Philosophical Magazine, November 1860, S. 408.)

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