Titel: Köchlin, über das Dalleochin oder Chiningrün.
Autor: Köchlin, Horaz
Fundstelle: 1861, Band 159, Nr. XVI. (S. 66–67)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/ar159016

XVI. Ueber das Dalleochin oder Chiningrün; von Horaz Köchlin.

Aus dem Bulletin de la Société industrielle de Mulhouse, 1860, t. XXX p. 458.

Brandes und Leber stellten diesen Körper dar, indem sie das schwefelsaure Chinin mit Chlorwasser behandelten und Ammoniak zusetzten.

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Ich nahm zur Darstellung dieses Products:

10 Gramme schwefelsaures Chinin,

1000 Gramme Wasser,

0,128 Liter Chlorkalklösung,

0,032 Liter Chlorwasserstoffsäure; und setzte hernach sofort zu

0,192 Liter Aetzammoniak.

Dieses Gemisch wird auf 20° Reaumur erhitzt und nach dem Erkalten das Product auf einem Filter gesammelt.

Das Dalleochin hat das Ansehen eines grünen Harzes, welches beim Erhitzen schmilzt und bei einer höheren Temperatur sich zersetzt.

Es ist unauflöslich in Wasser, Benzin, Terpenthinöl, Schwefelkohlenstoff, Aether.

Löslich ist es in Alkohol, Holzgeist und Glycerin.

Essigsäure ertheilt dem Dalleochin eine blaue Farbe; Salpetersäure, Salzsäure und Schwefelsäure lösen es mit einer braunen Farbe auf. Durch das Neutralisiren erscheint die grüne Färbung wieder.

Ammoniak, Aetzkali und Aetznatron fällen die Auflösungen des Dalleochins.

Durch Zinnchlorür wird es entfärbt, durch Quecksilberchlorid blaßgrün gefällt.

Salpetersaures Silber hat keine Wirkung auf das Dalleochin, auch nicht Alaun.

Die alkoholische Lösung des Dalleochins, mit Wasser verdünnt, färbt die Seide grün, welche ihre Nüance beim künstlichen Lichte behält; sie färbt auch die Wolle, und die mit Eiweiß gebeizte Baumwolle; sie läßt sich auf Baumwollenzeugen befestigen, indem man sie mit Eiweiß verdickt aufdrückt und dann dämpft.

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