Titel: Ueber die Zusammensetzung der Haut des Seidenwurms; von E. Peligot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 12 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi01_12

Ueber die Zusammensetzung der Haut des Seidenwurms; von E. Peligot.

Die Eigenschaften des Chitins, welche von denen der Proteinverbindungen so sehr abweichen, veranlaßten den Verfasser schon seit mehreren Jahren zahlreiche Versuche anzustellen, um aus der Haut des Seidenwurms die Cellulose abzuscheiden, welche nicht nur der Ursprung und das Aussehen, sondern auch der Widerstand, den diese Insectenhüllen den chemischen Agentien entgegensetzen, und sogar ihre Zusammensetzung darin vermuthen ließen. Mit Hülfe des Schweizer'schen Reagens, des Ammoniakkupferoxyds, gelang es kürzlich dem Verf., die Cellulose von dem Chitin zu trennen. Die abgeschiedene Holzfaser gab unter dem Mikroskope, durch Einwirkung von Jod und Schwefelsäure, die für reine Cellulose charakteristische blaue Färbung.

Die Hornhaut, welche einen Theil der Hummerschale bildet, und worin ebenfalls Chitin vorkommt, wurde derselben Prüfung unterworfen und schien Cellulose zu enthalten.

Das Chitin wäre demnach kein besonderes Princip, sondern ein Gemenge oder eine Verbindung zweier organischer Substanzen, von denen die eine, die Cellulose, keinen Stickstoff enthält. Die andere, stickstoffhaltige, würde der Classe der Eiweiß- oder Proteïnverbindungen angehören, worin bekanntlich 50 bis 53 Procent Kohlenstoff, 6,5 bis 7 Proc. Wasserstoff und 16 bis 18 Procent Stickstoff vorkommen. Ein Gemenge von 2 Theilen Proteïn und ein Theil Cellulose entspricht der Zusammensetzung, welche der Verf. der Haut der Seidenwürmer anweist.

Als Stütze dieser Anschauungsweise erwähnt noch derselbe die neulich durch Berthelot bewirkte Umwandlung des Chitins in Traubenzucker. Annales de Chimie et de Physique, Januar 1860; schweizerische polytechnische Zeitschrift Bd. V S. 133.)

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