Titel: Verfahren bei der Behandlung des Krapps, von Eduard Mucklow.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1861, Band 159/Miszelle 8 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj159/mi159mi02_8

Verfahren bei der Behandlung des Krapps, von Eduard Mucklow.

Der Genannte ließ sich am 20. Februar 1860 ein Verfahren der Behandlung des Krapps in England patentiren, welches zum Zweck hat, den Krapp möglichst von solchen Bestandtheilen zu befreien, welche die Farbstoffe einhüllen und das Färbevermögen des Krapps beeinträchtigen. Diese Behandlung wird mit der ganzen Krappwurzel, also bevor dieselbe gemahlen ist, vorgenommen, wobei der Zweck nach Mucklow vollständiger erreicht wird, als wenn man den Krapp erst zertheilt und dann zu reinigen sucht. Die Behandlung besteht darin, daß man die Krappwurzeln in reinem kalten Wasser, oder in Wasser, welches eine geringe Menge eines den Krappfarbstoff nicht auflösenden Salzes enthält, 1 bis 6 Stunden lang einweicht und dann stark preßt. Frische Krappwurzeln werden nicht eingeweicht, sondern direct so stark als möglich gepreßt, wobei die schleimigen, zuckerigen etc. Stoffe größtentheils herausgehen. Der so behandelte Krapp wird nachher getrocknet und gemahlen. Der Patentträger nennt das so erzeugte Product raffinirten Krapp (refined madder) und gibt von demselben an, daß es zu allen Zwecken geeignet und ein wohlfeiles Ersatzmittel des unter dem Namen „feinster gemahlener Krapp“ vorkommenden Materials sey. Es soll nämlich die ungebeizten Stellen des Kattuns wenig einfärben, und, in der Türkischrothfärberei oder zum Druck angewendet, nur wenig Seife und andere Schönungsmittel erfordern, auch zur Bereitung von Garancin und Krappextract sehr geeignet seyn und dabei weniger Säure oder Alkali als andere Krappsorten nöthig haben. Der in der ausgepreßten Masse enthaltene Zucker kann in gewöhnlicher Manier durch Erzeugung von Alkohol verwerthet werden. (Repertory of Patent-Inventions, November 1860, S. 399; polytechnisches Centralblatt, 1861 S. 140.)

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